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THE ETERNAL - Kartika

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Artist THE ETERNAL
Title Kartika
Homepage THE ETERNAL
Label FIREBOX
Leserbewertung
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Man muss nicht zwingend aus Skandinavien kommen und ein halbes Jahr in Dunkelheit verbringen, um düster angehauchte, doomige Scheiben zu produzieren – das beweisen die Australier THE ETERNAL bereits seit 2003 und legen nun nach knapp 3 jähriger Wartezeit den Nachfolger zu „Sleep of Reason“ und „The Sombre Light Of Isolation“ vor – auf einem finnischen Label namens Firebox, welches ja bekanntlich ein Händchen für Bands dieser Sparte hat.

In Australien sind sie längst keine Unbekannten mehr und konnten bereits mehrere Auszeichnungen á la „bestes Album“ einfahren, auch international haben sie sich durchs Touren einen soliden Ruf erspielen können, gelten aber dennoch wohl immer noch als eine Art Geheimtipp. Wer die älteren Scheiben kennt, wird schnell merken, dass die Australier verstärkt nach vorne drängen, um neue Soundgebiete zu erkunden – vorbei die Zeiten, in denen sie als (reine) Doom Band durchgegangen wären, dazu sind die Songs einfach zu „schmissig“. Bereits der Opener „Silence“ geht frisch nach vorne, die Melodien fließen gleichsam aus den Boxen und stimmen auf die folgenden Stücke ein. Das folgende „Without Reason“ wäre, würde es eine solche geben, wohl die Singleauskopplung des Albums – Melodien, die schnell im Ohr hängen bleiben, eine schöne Rockballade. Einen Kontrast dazu bildet das neuneinhalb-minütige „Blood“, welches mit orientalisch angehauchtem Intro aufwarten kann und mit Epik und dunkler Schönheit überzeugen kann – definitiv der Song des Albums, der am meisten hervorsticht, nicht nur aufgrund der Länge. Besonders angenehm und facettenreich ist wie gewohnt die Stimme von Fronter von Mark Kelson, der eine Menge Gefühl in alle Stücke legt. Als Gäste hat man sich u.a. Duncan Patterson (ANTIMATTER, ex-ANATHEMA), Nicholas Albanis (DANDELION WINE) und die Russin Emily A. Saaen mit an Bord geholt. „Illuminate“, eine vergleichsweise flotte Uptempo Nummer, überrascht gehörig, hebt sich insgesamt vom restlichen Material ab, dann und wann schimmert gar ein leichter finnischer Touch durch – dürfte auch definitiv schnell ins Ohr gehen. Gerade so, als wollte man vermeiden, zu flott zu Werke zu gehen, fährt man das Tempo im folgenden „Walk Beside You“ gehörig zurück und Kelson liefert zusammen mit Gastsängerin Emily eine gänsehauterzeugende Ballade ab. Hatte ich bereits bei „Illuminate“ den finnischen Touch erwähnt, so wird dieser im vorletzten Song namens „Means For Ending“ noch offensichtlicher, die Gitarren wecken gar Erinnerungen an SENTENCED. Noch mehr zu hören gibt es in der limitierten Erstauflage, die mit einer Bonusdisc mit 6 weiteren Stücken aufwarten kann, zwei davon Remixe, die leicht gewöhnungsbedürftig klingen. Was dieses Album als Gesamtes gesehen so besonders macht, ist die Tatsache, dass die Australier das richtige Händchen fürs Songwriting haben – die Scheibe wirkt wie aus einem Guss aber nicht gleichförmig, jedes Lied hat Etwas, das dem Hörer im Gedächtnis bleibt, ist einfach, aber trotzdem komplex genug, um auch nach mehreren Durchläufen noch genügend Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten.

Ja, die Australier haben ihren Sound ein wenig geändert, aber nicht zu stark, um Fans damit zu verprellen. Allem Lob zum Trotz muss ich dennoch zum Schluss kommen, dass “Kartika” nicht ganz an die 2005er Scheibe herankommt, die die Messlatte zugegebenermaßen sehr hoch gelegt hatte – wäre der Vorgänger auf einer Skala von 1-10 eine 10 gewesen, so wäre das hier locker eine 8. Also, anhören!

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