Band Filter

THE ETTES - Do You Want Power

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE ETTES
Title Do You Want Power
Homepage THE ETTES
Label KNTRST
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Nachdem im Frühjahr hierzulande gleich zwei Silberlinge der ETTES auf einen Schlag veröffentlicht wurden, erblickt jetzt der dritte Longplayer des Trios das Licht der Plattenläden. Dominierte bei „Shake The Dust“,„Look At Life Again Soon“ und der EP „Danger Is” noch fast ausschließlich die Garage, mischen sich bei „Do You Want Power” vielfältige Einflüsse in den Sound der Amis, die mittlerweile von Los Angeles nach Nashville umgezogen sind.
 
In ihrer neuen Homebase brauchten Coco (Gesang und Gitarre), Poni (Drums) und Jem (Bass) gerade mal fünf Tage, um unter den Fittichen von Produzenten-Legende Greg Cartwright aka Greg Oblivion (THE OBLIVIONS, THE DETROIT COBRAS, JAY REATARD) die aktuelle Langrille einzuspielen. Mit der heißen Nadel wurde hier allerdings nichts gestrickt, stattdessen bringen THE ETTES jede Menge Spielfreude und Schwung mit, der sich in Sixties-Girl-Pop wie „I Can Be Your Lover (But I Can’t Be Your Baby)“ und „Take It With You“ genau so entlädt wie bei countryesken und folkigen Songs  a la NANCY SINATRA oder PATSY CLINE (namentlich „Keep Me In Flowers“ und „Love Is Bleeding“). Natürlich sind auch die knurrenden Garagenklänge nicht verloren gegangen. Erstens hat es das treibende „No Home“ vom 5-Tracker „Danger Is“ auf die Langrille geschafft und zweitens schrammeln auch Nummern wie der Opener „Red In Tooth And Claw“ und das folgende „I Can’t Be True“ immer noch gewohnt knackig vor sich hin. Für das basslastige und rhythmusbetonten „So Say So“ lässt es der sonst so flotte Dreier sogar mal ein bisschen ruhiger angehen, während „Modern Game“ stoisch nach vorn rumpelt und „Blood Red Blood“ wieder dreckig Gas gibt. Die Reise führt ziemlich straight zurück in die Sechziger, wo das wunderbare „Seasons“ zu Hause ist, ehe sich „While Your Girl’s Away“ auf akustische Gitarren und süßen Gesang beschränkt. Bevor es womöglich zu zuckrig wird (wovon die ETTES jedoch zu jedem Zeitpunkt meilenweit entfernt sind), gehen sie mit „Walk Out That Door“ wieder in die Vollen. Hier und da blitzt eine Mundharmonika auf und überhaupt merkt man dem Album an, dass es im Süden der USA entstanden ist.
 
Geschadet hat es „Do You Want Power“ bestimmt nicht. Die 13 Songs, die in 35 Minuten durch die Boxen jagen, bringen viel Abwechslung mit, ohne jemals den roten Faden zu verlieren, der irgendwo im souligen Garagenrock seinen Anfang nimmt. Daran hat inzwischen auch Hollywood Gefallen gefunden. So werden THE ETTES-Songs in Drew Barrymores Regiedebüt „Whip It“ zu hören sein, wobei die Live-Darbietung natürlich um einiges spannender sein dürfte. Nach ihrer ausverkauften Tour mit KINGS OF LEON und eigenen Headliner-Shows im Frühling haben Coco, Poni und Jem versprochen, im Herbst/Winter wieder nach Europa zu kommen, um ausgiebig „Do You Want Power“ vorzustellen. Sollte man im Auge behalten…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

THE ETTES - Weitere Rezensionen

Mehr zu THE ETTES