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THE FIRSTBORN - The Noble Search

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE FIRSTBORN
Title The Noble Search
Homepage THE FIRSTBORN
Label MAJOR LABEL INDUSTRIES
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Ein orange-schwarzes Booklet, ein in sich verzweigter, künstlerisch stilisierter Baum AUF diesem sowie buddhistische Mandalas und verschiedene Meditationsfiguren IN diesem? Mu-tet vielversprechend an. Man mag kaum glauben, dass die Portugiesen THE FIRSTBORN einst noch als reinrassige und mit jedwedem bekannten Klischee behaftete Black-Metal-Combo aufspielte und nunmehr zu einem äußerst eigenwilligen und Individualität behaupten-den „Ethnic-Metal-Act“ aufgestiegen ist. Respekt! Die Substitution sieht da im Kern folgen-dermaßen aus: Buddha statt Satan. Und der Paradigmenwechsel klappt – sowohl lyrisch als auch musikalisch. Inhaltlich widmet man sich konsequent der buddhistischen Philosophie und weiß mit weitaus differenzierteren, durchleuchteteren und weiseren Aussagen aufzuwarten als der plakativ-satanistische Extrem Metal-Rest das jemals von sich behaupten könnte. Selbst der Satanismus intellektueller Spielart sieht da alt gegen aus.

Jedes Buddha-Theorem wird eingängig im Booklet beschrieben, als da wären die Lehre vom Samsara, der Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt – auch als Reinkarnation bekannt –, die Veredelung und Ich-Befreiung durch die Kultivierung der fünf Tugenden und vier ewigen Wahrheiten, die Erkenntnis der Illusion eines Ichs, die Theorie vom Karma und vom Achtfa-chen Pfad und mitunter noch weitere subliminalpsychologische Aspekte. Klingt für jemanden, der sich mit dieser Jahrtausende alten Lehrtradition bisher noch nicht auseinandergesetzt hat, sicherlich wie „Bahnhof“, aber THE FIRSTBORN geben mit „The Noble Search“ einen sehr interessanten Anstoß sich mit dieser speziellen Form fernöstlicher Weisheit auseinanderzuset-zen. Und eines kann ich Euch sagen: Ignorant moshen werdet ihr danach nicht mehr.

Die instrumentalistische Grundbasis (welche eindeutig dem blastbeatartigen Black und Death Metal geschuldet ist), wird intelligent ergänzt um hochklassige Sessionmusiker wie z.B. durch Percussionist Vorskaath von der griechischen Band ZEMIA, der auf jedem einzelnen Track seine künstlerische Ader in den Dienst der portugiesischen Arrangements stellt. Hinzu kom-men noch das komplex-paranormale und daseinskräftige Sitarspiel von Luís Simões (SA-TURNIA) und im Gesangssektor zusätzlich noch Hugo Santos von PROCESS OF GUILT und Proscriptor McGovern der vom Legacy-Magazin umjubelten Black Metaller von ABSU.

Insgesamt muss man klar konstatieren, dass die Mischung aus Ethnic und Metal einfach her-vorragend funktioniert. Das einzige, was man sich vielleicht noch mehr gewünscht hätte, wäre eine stärkere Akzentuierung und Hervorhebung der exotischen Instrumentierung und etwas griffigere Strukturen; ansonsten haben wir es hier mit einer erhellenden und außergewöhnli-chen Platte zu tun. Besonders gemacht für Über-den-Tellerrand-Blickende. Einfach THE FIRSTBORN.

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