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THE GASLIGHT ANTHEM - Handwritten

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Artist THE GASLIGHT ANTHEM
Title Handwritten
Homepage THE GASLIGHT ANTHEM
Label MERCURY/ ISLAND
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.0/10 (25 Bewertungen)

Der Hype ist endgültig da – THE GASLIGHT ANTHEM stehen vor dem ganz großen Durchbruch. Aller Orten werden sie gepriesen, die bodenständigen Jungs aus New Brunswick. Nicht dass sie nicht schon vorher Lobpreisungen en masse eingefahren hätten, aber mit ihrem 4. Album öffnen sich nun auch die Tore zu den ganz großen Stadien. Wenn UNHEILIG 35.000 Zuschauer locken können, was hätten dann erst Brian Fallon und Co. verdient? Dazu ein Vorwort von Kult-Ikone Nick Hornby, was quasi dem popkulturellen Ritterschlag gleichkommt (und zudem raffiniert davon ablenkt, dass „Handwritten“ alles ist – nur nicht innovativ). Da stört es auch nicht, dass sich der Fronter als Kreationist „geoutet“ hat, also jemand, der nicht an die Evolutionstheorie glaubt. Derlei spirituelle Themen spielen im lyrischen Oeuvre von TGA auch keine Rolle, hier ist alles weitaus bodenständiger.

Hier wird Musik noch ge“arbeitet“, hier ist Songwriting noch wahre „Hand“-Arbeit, womit wir auch beim Albumtitel wären, der stellvertretend für die kompositorische Herangehensweise steht. Letztendlich zählt aber, was auf dem Platz stattfindet und da muss man dem Vierer allen Respekt zollen. Die „The ’59 Sound“-Erfolgsformel wurde noch einmal verfeinert (der direkte Vorgänger kann da in meinen Augen nicht ganz mithalten), der von Brendan O’Brien verantwortete Sound wirkt druckvoll, aber niemals überproduziert. Stellvertretend sei die überragende Single „45“ erwähnt, die mit Drive und Gusto ins Kleinhirn vorprescht und ihren Refrain dort nachhaltig einpflanzt. Ob „Sha la la“ oder „Ohoho“, was möglicherweise andernorts ausgelutscht rüberkommt, wirkt hier wie ein ehrliches Lebensgefühl. Die konsequente Fortsetzung von „American Graffiti“ ins neue Jahrtausend. Kleine Geschichten von großer Liebe, Treue, den typisch amerikanischen Werten, dem Glauben an das Gute im Menschen im John Wayne-Gedächtnis-Kontext. Damit kann sich der Bahnarbeiter ebenso identifizieren wie die Kids in den Vorhöfen der Hölle. Spielt natürlich hierzulande weniger eine Rolle, mit offenem Verdeck kann man aber auch in Ostwestfalen cruisen.

„Handwritten“ ist Blues, Folk, Songwriter – aber vor allem eines: erdiger ROCK mit Springsteen-Schlagseite. Vielleicht hätte es hier und da ein wenig flotter zugehen können (nur „Howl“ hält diesbezüglich mit dem Opener mit), aber dafür überzeugen Verve und Gefühl und Fallons überaus eingängiges Organ. Gänsehaut beispielsweise bei „Here comes my man“ mit dem effektiven „Ruhig-Break“ oder dem balladesken Abschluss „National Anthem“, bei dem wenig überraschend die Pathos-Keule geschwungen wird. Dazu hier und da ein paar Feinheiten wie eine Mundharmonika und fertig ist eine Platte, die vor Energie und Ausstrahlung nur so strotzt, sich aber dennoch eine gewisse Sensibilität bewahrt.

Auf einer Stufe mit dem „59 Sound“, etwas erwachsener, etwas variantenreicher, aber vor allem eines: Authentisch. So füllt man Arenen…

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