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THE GATES OF SLUMBER - …the Awakening

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Artist THE GATES OF SLUMBER
Title …the Awakening
Homepage THE GATES OF SLUMBER
Label FINAL CHAPTER RECORDS
Leserbewertung
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sind seit sechs Jahren das Kind einer einfach gestrickten, doch denkbar schwer zu realisierenden Prämisse: Dröhnenden Doom Metal der traditionellen Strickart zu spielen, ohne jedwede Referenzen an Stoner Rock oder gothische Ausschmückungen. Schwer zu realisieren deshalb, weil Simon (der sich heute mit Nachnamen in bester Punk-Tradition „Slumber“ nennt) praktisch jeden Monat aufs neue das Besetzungskarussell drehen durfte und für diese Art von Purismus der Trendfaktor im niedrigen Promillbereich liegt. Doch hippe Großstadtkinder und Hype-Fetischisten sollen mit diesem Album auch gar nicht angesprochen werden und man kann getrost behaupten, dass wirklich jeder, dem Langsamkeit und Leiden im Metal etwas bedeuten, ohne vorher auch nur einen einzigen Ton gehört zu haben, hier zugreifen kann, ohne enttäuscht zu werden.

Denn ebenso simpel wie die grundsätzliche Ausrichtung der Band ist auch das textliche Konzept ausgefallen. „…the Awakening“ ist ein Album über den Tod und die darauf folgenden Qualen, hier findet man den Richter, die Jury und den Vollstrecker, ehe der bedauernswerte Ich-Erzähler sich endlich von allen irdischen Sinnesreizen befreit im Grab wiederfindet, beim Gebet und der Hoffnung auf Gott. So mag der erste, mit traumatischem, tonnenschwerem Tretmühlenrock ansetzende Song zwar den Namen „Das Erwachen“ tragen, doch die Albträume beginnen erst. Die Augen öffnen sich und erkennen die einzige Wahrheit: Es gibt kein Entrinnen, kein Ende, kein Linderung für die Schmerzen. Es ist faszinierend, wie einen diese so urwüchsige und unelaborierte Musik derart in den Bann ziehen kann – bei „The Jury“ reicht sogar ein Intro aus einer einsam fuzzenden Gitarre, um Dämpfe aus Pech und Schwefel aufziehen zu lassen. Dass Simon seine Stücke stets aus einem einfachen Riff aufbaut, kann man dabei leicht erkennen. Bass und Gitarre bilden das kalziumgenährte Rückgrat aller Kompositionen, während das Schlagzeug an Lässigkeit kaum zu überbieten ist: Dem Drummer hängt mit Sicherheit die Fluppe locker aus dem Mundwinkel! Trotzdem weiß die Band auch im schnelleren Bereich zu überzeugen: „The Executioner“ rockt geradezu schweinisch und immer wieder folgen den stoisch rollenden Lava-Doom-Fluten lärmende Tempobeschleunigungen. Und über allem thront die Stimme des Meisters: Die letzten Silben des kaum bearbeiteten Gesangs bewegen sich in nie vorhersehbare Richtungen und beschreiben die ungewöhnlichsten Melodiebögen.

Obwohl es Bands geben mag, die noch schleichender und schmerzvoller zu Werke gehen, gibt es nur wenige, die derart eng und effektiv aufzuspielen vermögen. Bassist Jason dankt im Booklet Jesus von Nazareth, doch statt ihnen die Schulden zu vergeben, werden alle Ungläubigen gnadenlos ans Kreuz genagelt. Für die kurze Europatour, die im nächsten Jahr folgen soll, werden THE GATES OF SLUMBER im Rahmen des Doom Shall Rise auch nach Deutschland kommen. Da gilt in Anlehnung an die Studioarbeit, dass man das Geld für die Karten blind und taub über den Tresen schieben darf. Und dass man sich die Zweifel schenken kann: Karl Simon ist schon jetzt ein wichtiger Mann für den Doom.

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