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THE GATHERING - Afterwords

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE GATHERING
Title Afterwords
Homepage THE GATHERING
Label PSYCHONAUT RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.7/10 (3 Bewertungen)

Gerade mal ein Jahr nach der Veröffentlichung des von mir bereits an dieser Stelle abgefeierten “Disclosure” beehren uns THE GATHERING mit ihrem neuen Release “Afterwords”, „Nachrufe“ also. Und als Solche sind die darauf enthaltenen 9 Tracks wohl auch zu begreifen.

Dass die Niederländer vollkommen scheuklappenbefreite Musiker sind, die sich einen Dreck um künstlich gezogene stilistische Grenzen oder allgemeine Erwartungshaltungen scheren, ist spätestens seit Gründung des bandeigenen Labels Psychonaut Records, über das seitdem sämtliche geschäftlichen Belange abgewickelt werden, offensichtlich. Diese dadurch geschaffene, vollkommene künstlerische Freiheit nutzen THE GATHERING erneut genüsslich aus und präsentieren sich nach dem postrockigen „Disclosure“ auf „Afterwords“ von einer sehr ambienten Seite. Das ist jetzt im Ansatz nicht völlig neu, aber in seiner Konsequenz irgendwo zwischen EXPLOSIONS IN THE SKY (wie im Opener „S.I.B.A.L.D.“), ULVER und stellenweise gar APHEX TWIN doch mindestens bemerkenswert. Dass THE GATHERING scheinbar mühelos solche Überraschungseffekte erzielen können, ohne dabei aufgesetzt zu klingen oder gar sich selbst und die eigene Vergangenheit zu verleugnen, zeigt sich zum Beispiel an Songs wie „Echoes Keep Growing“, dessen sanfte Melancholie sich in ein elegisches Riff hinein steigert, das letztlich ähnliche Strukturen aufweist wie frühere Glanztaten der Band, nur eben mit einem sozusagen leicht entfremdeten Ansatz. Meinen persönlichen Höhepunkt erreicht „Afterwords“ jedoch mit dem Titelsong, zu dem doch tatsächlich Ur-Vokalist Bart Smits den beeindruckenden Gesang beisteuert, der (zum Glück) so gar nichts mehr mit dem tiefen Grunzen von „Always“ zu tun hat, sondern wie eine Mischung aus David Gahan (DEPECHE MODE) und Brendan Perry (DEAD CAN DANCE) klingt. Apropos DEAD CAN DANCE: Auch das folgende „Tuning In, Fading Out“ erinnert an die Ikonen, nur mit einem geringeren Weltmusik-Anteil. Anschließend findet das auf „Disclosure“ begonnene „Gemini“ mit seinem dritten Teil eine sanftmütige Fortsetzung, bevor es zum Ende des Albums mit „Sleep Paralysis“ und dem sich behutsam aufbauenden „Bärenfels“ noch einmal betont sphärisch wird.

Insgesamt ist „Afterwords“ ein sehr ruhiges und in diesem Kontext gewissermaßen experimentelles Album geworden, das erneut eine andere Seite der Holländer zum Vorschein bringt. Ist das gut und qualitativ hochwertig? Uneingeschränkt ja! Ob es jedem alten THE GATHERING-Fan gefallen wird, darf hingegen leider bezweifelt werden. Bleibt zu hoffen, dass die Band im Lager der Postrock- und Avantgarde-Anything-Freunde einige neue Anhänger gewinnen kann. Verdient hätte sie es allemal.

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