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THE GATHERING - Disclosure

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Artist THE GATHERING
Title Disclosure
Homepage THE GATHERING
Label PSYCHONAUT RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.5/10 (35 Bewertungen)

THE GATHERING sind eine dieser Bands, die in schöner Regelmäßigkeit hochklassige und vielbeachtete Alben auf den Markt werfen und sich dabei immer ein Stück weit neu erfinden, ohne ihre ureigene Identität zu verlieren. Dass der Rummel um die Holländer nach dem Ausstieg ihrer Identifikationsfigur Anneke van Giersbergen ein wenig nachgelassen hat, ist zwar unbestritten, jedoch konnte ihre Nachfolgerin Silje Wergeland bereits auf „The West Pole“ und vor allem auf den anschließenden Konzerten unter Beweis stellen, dass sie sich hinter der charismatischen van Giersbergen keineswegs verstecken muss. Mit dem neuen Album „Disclosure“ sollten nun endgültig alle anders lautenden Kritiken verstummen.

Wie jedes THE GATHERING Album benötigt auch „Disclosure“ mehrere Durchläufe, um sich in seiner vollen Bandbreite zu entfalten. Und wie jedes Mal offenbart sich dabei das Phänomen, dass die Wirkung der Musik nicht nur von Durchlauf zu Durchlauf, sondern auch innerhalb eines solchen, kontinuierlich zunimmt, bis einem nach einer Weile eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken fährt. Einzelne Songs zu beschreiben grenzt dabei fast an Frechheit, sei hier aber dennoch getan:
Der Opener „Paper Waves“ überrascht durch einen beinahe Indie-verdächtigen Charakter und stellt sich, wie schon auf den vergangenen Werken der Band, als ideal gewählt dar, indem er es schafft, das Ohr und die angeschlossenen Gehirnzellen des Hörers auf den Sound und die Atmosphäre des jeweiligen Albums zu justieren. Treibend geht es mit der (8-minütigen!!) Single „Meltdown“ weiter, die regelrecht tanzflächentauglich daherkommt und zusätzlich mit einer zweiten (männlichen !) Gesangslinie und beeindruckendem Tiefgang überzeugt. „Paralized“ ist psychotisch und in seiner hauchzarten Schönheit fast zerbrechlich zugleich. Letzteres gilt uneingeschränkt auch für das fast jazzige „Missing Seasons“, während das fantastische „Gemini I“ mit seinem betonten Groove und seinem Kontrastreichtum angenehm kraftvoll wirkt. Das postrockige und dabei fast an EXPLOSIONS IN THE SKY erinnernde „I Can See Four Miles“ überzeugt durch die ungewohnt rauchigen Phrasierungen von Wergeland und könnte so oder ähnlich, wie auch das 11-minütige Epos „Heroes For Ghosts“, ebenso vom spacigen 98’er-Album „How To Measure A Planet?“ stammen. Mit dem abschließenden, atmosphärisch dichten „Gemini II“ beschließen THE GATHERING schlussendlich ein Album, dass mit seiner stetig zunehmenden Intensität den geneigten Hörer geradezu gefangen nimmt und in ihm das Verlangen nach einigen Minuten andächtiger Stille weckt, gefolgt von einem zwanghaften Drang zur Repeat-Taste.

Fazit: „Disclosure“ ist einmal mehr ein fantastisches Album: Spannend, unverkennbar THE GATHERING, intensiv und gleichzeitig diese gewisse, befreiende Leichtigkeit ausstrahlend, die schlicht und einfach glücklich macht. Ergreifend.

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