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THE GATHERING - Home

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE GATHERING
Title Home
Homepage THE GATHERING
Label PSYCHONAUT RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (3 Bewertungen)

Man ist es ja gewohnt, bei THE GATHERING nach Tiefsinnigkeiten zu schürfen. So hielt man es nach den Elektronikexperimenten von „Souvenirs“ und Alben wie „if_then_else“ durchaus für möglich, dass mit dem Titel der aktuellen Scheibe der kleine Knopf gemeint sein könnte, der einen beim Besuch einer Internetpräsenz wieder auf Seite 1 bringt. Im nachhinein gesehen stellt sich diese Vermutung – man möchte beinahe sagen „natürlich“ – als Irrtum heraus.

Stattdessen ist „Home“ eine Platte des Übergangs geworden – vielseitig und facettenreich zwar, doch vor allem milde und versöhnlich. Und das verstößt zunächst einmal gegen alle Erwartungen, die man an eine neue CD der Niederländer gestellt haben mag. Vorbei sind die Zeiten, als man halbstündige, psychedelisch verwehte Instrumentalstücke an ohnehin schon ausufernde Doppelalben anhängte oder verführerisch-kühle Elektronik mit voll aufgedrehten Gitarrenwänden paarte. Zwar haben Synthesizer und Sampler weiterhin einen Platz im GATHERING-Universum und gelegentlich werden die Schlagzeugspuren noch von Rückwärtsschlaufen und Drumcomputer-Loops massiert. Doch scheint das Interesse der Band sich statt auf Polarisierung und das Schaffen von Gegensätzen auf die Schöpfung eines homogenen und dichten Gruppenklangs verlegt zu haben, welcher als Ausfallbasis für die nun zentraler denn je agierende Anneke van Giersbergen dient. Das bedeutet allerdings auch, dass man sich in Sachen Druck deutlich zurücknimmt – vor allem den eher als Rocksongs angelegten Stücken geht einiges an Direktheit und Muskulösität ab, was irritiert und einen unbefriedigt zurücklässt. Dass viele gute Ideen sich in merkwürdige Seitengassen verirren und zunehmend zerfasern, ist dem Unterfangen ebenfalls nicht zuträglich. Der erste Eindruck ist sogar einer von Belanglosigkeit und wäre da nicht der schwebende, wie ein dunkles Herz pochende Pianotraum „Forgotten“, der ganz zum Schluss noch einmal wie eine langsam erstickende Kerze himmelblau am Horizont erscheint, man hätte „Home“ bereits wieder ins Regal gestellt. So wagt man dann aber noch einen zweiten Anlauf und erkennt langsam Strukturen, einige wie gewohnt hochklassige Kompositionen („Waking Hour“, Box“, der Titeltrack) und das Anliegen: Dieses Album will nicht aufrütteln oder aufputschen, es will auf dem Bett liegend gehört werden, mit geschlossenen Augen und es will einen an einen Ort nehmen, der unendlich vertraut ist und dennoch voller kleiner Geheimnisse.

Letztere werden sich, das ist allerdings lediglich eine Vermutung, auch nach mehrmaligem Hören nicht so explosionsartig und unvermittelt offenbaren wie ehemals. Doch liegt darin ja auch etwas sehr beruhigendes und die Gewissheit, dass die Dinge es auch dann wert sind, fortgeführt zu werden, wenn Sensation und überrumpelnder Sinnesrausch fern sind. „Home“ zu hören ist tatsächlich wie nach hause zu kommen, ganz egal was einem diese Worte bedeuten mögen.

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