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THE GATHERING - Sleepy Buildings – A Semi Acoustic Evening

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Artist THE GATHERING
Title Sleepy Buildings – A Semi Acoustic Evening
Homepage THE GATHERING
Label CENTURY MEDIA
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Geht heim in Eure schläfrigen Häuser, zieht die Vorhänge zu und setzt die Kopfhörer auf, THE GATHERING sind gekommen, um heute Nacht für Euch zu spielen. Die Sterne schnarchen, die Wände atmen tief und wo sonst wollte man sein? Irgendwo zwischen Wachen und Schlafen vernimmt man Anneke van Giersbergens Stimme, ihr Echo hallt in den Träumen nach und wie eine Vase, die in Zeitlupe zu Boden stürzt, fällt man immer tiefer.

Es ist ein Geschenk, mit dem man nicht gerechnet hatte. Für die Grobmotoriker und Musikmaschinisten, für die Stadionkönige und Hallengötter sind der Griff zur Akustischen, das Schürfen des Schneebesens am Schlagzeug und das von Spielfreude und gegenseitigem Respekt geprägte Lächeln zum Mitmusiker eine stets willkommene Gelegenheit, Authenzität und Reinheit zu demonstrieren, sich für wenigstens einen kurzen Moment unters Volk zu begeben und die grosse Geste zu verneinen. Doch bei dieser Band? Die selbst dann beinahe klaustrophobisch intim und exponiert entblösst dasteht, wenn die Gitarren donnern und das Schlagzeug kracht. Deren Subtilität konfrontiert und deren Schmerz man teilt, jeden Augenblick, jeden mühsam genommenen Schritt des Weges. Nein, „Sleepy Buildings“ war alles andere als nötig, doch wie wunderbar kann es manchmal sein, wenn sich alles wider jegliche bitter gewonnene Erfahrung oder schnödem Notwendigkeitsdenken zu einem Happy End fügt, wenn man nur einmal das bekommt, was man will – genau dieses Wort, genau diesen Blick, genau diesen Kuss. Oder eben ein schillerndes Programm aus eben jenen Songs, welche diese Band in den letzten anderthalb Jahrzehnten so unersetzlich und wenn schon nicht wirklich berühmt, dann doch für so Viele so wichtig gemacht hat. Nur die kleinen Hits und eingängigeren Melodien sind aussen vor geblieben – kein „Liberty Bell“, kein „Strange Machines“ – genau wie das gesamt vorige Album. Stattdessen ein paar alte Klassiker, zwei Tracks von „Mandylion“, zwei von „if_then_else“ und vor allem immer wieder „How to measure a planet“: „My Electricity“ und vor allem „Locked Away“ sind nackter als ursprünglich, aber gleichzeitig entschlossener, “Marooned” fatalistischer und “Travel” abgehobenener, entspannt pulsierend und beinahe psychedelisch. Nur „Red is a slow colour“ bleibt dem Original eng verbunden, diese Hymne auf die Schrecken, denen man sich nicht entziehen kann.

Zwischendurch gibt Anneke ein gelegentliches „Thank You“, „Gracias“, oder „Bedankt“ von sich, manchmal sogar ein beinahe emphatisches „Yeah!“. Sie muss auch nicht mehr sagen. „You don’t have to love me all the time“ heisst es in „Saturnine“, doch man kann ja gar nicht anders.

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