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THE GHOST OF LEMORA - Reach for the Ground

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Artist THE GHOST OF LEMORA
Title Reach for the Ground
Homepage THE GHOST OF LEMORA
Label RESURRECTION RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Wie bestimmt schon einmal an anderer Stelle gesagt: Manchmal bedauere ich es, erst Anfang der Achtziger Jahre geboren worden zu sein. und so die Blütejahre der englischen Postpunk-Goth-Ära mit ihren von mir geliebten Ikonen mehr oder weniger in den Windeln verbracht zu haben. SIOUXSIE & THE BANSHEES gibt es nicht mehr. SISTERS OF MERCY sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. BAUHAUS und JOY DIVISION sind Geschichte. Jugend kann so manchmal eine Strafe sein. Um so erfreuter bin ich, zu sehen, dass sich noch etwas tut, da drüben auf der Insel. THE GHOST OF LEMORA sind teilweise so dermaßen retro, dass ich fast geneigt bin zu glauben, „Reach for the Ground“ ist gar keine simple CD sondern eine musikalische Zeitmaschine, zurück in die Zeit der Pikes und toupierten Haare.

Was die im Vereinigten Königreich vertriebene „Silhouette Scene EP“ schon versprach, kann der erste reguläre Longplayer mehr als halten. Oldschool-Goth vom Feinsten ist es, was Twinkle, Swifty, Sonya und Stuart Lemora da eingespielt haben. Nie zu hektisch, trotzdem intensiv, treibend und streckenweise tanzbar. Sonyas Keyboard scheint sich in schräge Orgelsounds verliebt zu haben, Swifty dreht den Distortionregler der Gitarre auf und Twinkles nölige Stimme pendelt irgendwo zwischen Nik Fiend (ALIEN SEX FIEND) und Peter Murphy (BAUHAUS). Im Stile alter Helden beginnt das Album mit „Glamour“ einem Midtemporocker erster Güte – schräg, geil und unglaublich 80er! Dergleichen findet man auf „Reach for the Ground“ öfter: „Beauty can’t die“ rockt mit verzerrten Vocals los, „Kissing the Plague“ fällt regelrecht heavy aus und mit „It’s just a Ride“ wurde der Postpunk aus dem Grabe geholt und auf vorzüglichste Weise revitalisiert. Bittersüße Kontraste setzen dagegen melodiösere Tracks wie „Shadow over Substance“, das Titelstück „Reach for the Ground“ (welches im Übrigen den verstorbenen Journalisten Jeffrey Bernard ehrt) oder „Gallery Girls“ (der Schauspielerin Tallulah Bankhead gewidmet). Absoluter Favorit allerdings ist in meinen Ohren die intensive Ballade „Le Fol Amour“, welches mit einem grandiosen Klaviersolo und einem Text über wiedergewonnene Freiheit aus emotionaler Abhängigkeit aufwartet. 10mal gehört und doch noch nicht satt, so muss gute Musik sein!

Wer sich also für die düstere Musik der guten alten Zeit begeistern kann oder einfach auf gut gemachten Gitarrengoth mit intelligenten Texten steht, dem sei „Reach for the Ground“ allerwärmstens ans Herz gelegt. Wahre Schönheit stirbt eben doch nicht aus.

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