Band Filter

Request did not return a valid result

THE GREAT COMMISSION - Heavy Worship

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE GREAT COMMISSION
Title Heavy Worship
Homepage THE GREAT COMMISSION
Label AIN'T NO GRAVE RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Obwohl Christentum traurigerweise schon mehr Szenezwang als Überzeugung ist, zeigen sich gerade auf so rein christlichen Labels wie Ain’t No Grave einige Bands, die es mit ihrer Message noch recht ernst nehmen… sicherlich auch mal zu ernst. THE GREAT COMMISSION machen aus ihrem Glauben und dem daraus resultierenden Selbstbild zumindest keinen Hehl. Benannt nach dem vom auferstandenen Jesus an seine Jünger ausgesprochenen Missionsbefehl, stellt die 6-Kopf-Truppe aus den Redlands ihre Texte ganz in den Dienst der „imitatio“ und verbreitet christliche Botschaften in alternativen Kreisen. Als Teil der Label-Doppeloffensive erscheint das unmissverständlich betitelte Zweitwerk „Heavy Worship“ zeitgleich mit dem Eisen der Kollegen SLEEPING GIANT.

So positiv wie die Lebenseinstellung ist die Mucke augenscheinlich nicht, gar evil fräst man sich direkt ins Szeneherz. Fernab vom Kirchenchor läutert der missionarische Imperativ „Don’t Go To Church, Be The Church“ gleich mit einem gemeinen Brüll-Breakdown, die ausgekloppten EMMURE-Chugs auf dem Fuße folgend. Der anschließende Melodietrott rollt verdammt massiv an, im Geiste verwandt mit Amicorern aus der Ecke FOR THE FALLEN DREAMS/ THE GHOST INSIDE, wohingegen der mehrstimmige Clean-Choral natürlich mächtig kontrastiert. Ganz anders vergräbt sich „The Walking Dead“ nach kurzem Vorpreschen im brutal tiefen Downtempo-Erdreich und wirft den Schatten für Kommendes schon mächtig weit voraus. Aber dafür braucht man doch keine drei Gitarren! Ob Angela Razo nur die Frauenquote decken soll oder tatsächlich eine ernste Funktion hat, ist aus dem meist simplen Geboller wirklich nicht ersichtlich. Für subtile und offensichtliche Saitenspielchen hat der Lead-Gitarrist nette Ideen parat, und auch der versierte Rhytmussektor hält das Fundament mit fester Hand akkurat zusammen. Immerhin hört man ihr zartes Stimmchen zuweilen im Hintergrund, generell wird aber zum männlichen A DAY TO REMEMBER-Pop-Standard tendiert… und damit vergibt man eindeutig Chancen, die im stickigen Beatdown-Repeat-Modus der gesamten Platte nach und nach völlig untergehen. Schon der vierte Titel klingt wieder wie der erste, und anreizende Grundsteine wie das sich stämmig aufbauende „The Prodigal Son“ werden spätestens von den Backings kläglich in Schutt und Asche geträllert. Selbst das getragen daherschweifende „Road To Damascus“ wird in der Mitte von Oh-Oh-Ohs und ätzendem Downtempo zersägt – da hat sogar der Jugendfreizeit-Mosher „Came To My Rescue (Be Lifted High)“ mehr Konsens.

Dabei sollte man als Christ doch Gefallen an missionarischen Ambitionen (Kritik an der Kirche inklusive) im musikalischen Bereich finden… doch abgesehen davon, dass mir hier an mancher Stelle zu plakativ geprangert wird, kann die Übermittlung himmlischer Botschaften nicht die Oberflächlichkeit dieser Scheibe rechtfertigen… das kratzt gewaltig an der Glaubwürdigkeit. Die sich gerade in des Shouters Gewaltstimme manifestierende Kraft wird jäh verpulvert, und so bleibt mit „Heavy Worship“ ein brutal zu Grunde gerichtetes demütiges Häufchen, aus dem THE GREAT COMMISSION noch einiges mehr hätten erbauen können. So verdient man sich sicher keinen Heiligenschein.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu THE GREAT COMMISSION