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THE GREAT MACHINE - Working Class Anarchist

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Artist THE GREAT MACHINE
Title Working Class Anarchist
Homepage THE GREAT MACHINE
Label NOISOLUTION
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„Working Class Anarchist“ ist bereits das sechste Album in nur neun Jahren, das THE GREAT MACHINE aus Tel Aviv veröffentlichen. Die beiden Brüder Aviran (Bass & Gesang) und Omer (Gitarre & Gesang) Haviv haben die Grunge-Garage-Punk-Kapelle vor etwas mehr als zehn Jahren mit dem Drummer Michael Izaky gegründet. Der Schlagzeuger war zwar noch an der Aufnahme des düster scheppernden „Mysterious Lady“ beteiligt, hat danach jedoch aus persönlichen Gründen die Band verlassen. Ersatz war schnell in Dan Deutsch gefunden, der als Tourbegleiter, Merchandiser, Bandgrafiker und ewiger Freund eh schon mehr oder weniger zur Band gehörte. Die nächsten vier Tracks wurden an nur zwei freien Tourtagen bei Charlie Paschen (COOGANS BLUFF) in Leipzig eingespielt, die restlichen sechs Nummern wurden, kaum dass man wieder in der Heimat zurück war, aufgenommen.

Das Ergebnis lässt sich vielleicht am ehesten als roh, spontan und auch ein bisschen angepisst beschreiben. Dass drei Jungs aus Tel Aviv, die seit jetzt beinahe zwei Jahren hautnah mit dem Gaza-Krieg konfrontiert sind, angepisst sind, überrascht dabei keineswegs und im Grunde ist es nur folgerichtig, dass sich das auch in der eigenen Musik niederschlägt. Die beiden Vorab-Singles „Neu“ und „ABQ“ sind auf jeden Fall schwer, dunkel und bedrohlich ausgefallen – haben dabei aber dankenswerter Weise auch den alten Kopfnicker-Groove nicht verloren! Derweil lässt mich der schnörkellose Opener „Briana Banks“ ein wenig an den unkaputtbaren IGGY POP und die STOOGES denken, bevor „Bound of Fire“ eine gewisse Nähe zu BLACK SABBATH, dessen Gründungsmitglied OZZY OSBOURNE unlängst in die ewigen Jagdgründe einging, aufweist. Dort könnte er auf Lenny Kilmister von MOTÖRHEAD treffen, der als Inspiration für den Gesang auf der schleppenden Stoner-Nummer „Ms. Stress“ gedient haben dürfte. Die „Demon Party“ ist bei THE GREAT MACHINE eine staubtrockene Angelegenheit, während „Anarchy“ selbstverständlich in punkiger Haudrauf-Manier zelebriert wird – inklusive eines nicht unbedingt erwartbaren Saxofons. Die „Desert Lodge“ steht irgendwo in mitten knochentrockener Stoner-Gefilde und den „Beelzeboy“ treibt das Trio mit sanften Instrumental-Sounds aus, bevor beim finalen „Louder Than The Bombs“ die tiefergestimmten Gitarren noch einmal grummelnd von der Leine gelassen werden.

Die Dame auf dem Cover ist übrigens Orli Zilberschatz, als Schauspielerin, Sängerin, Komikerin und Schriftstellerin eine der renommiertesten Künstlerinnen Israels und zufällig auch Dans Schwiegermutter. Es ist ein altes Foto, möglicherweise aus der Zeit, als sie in den Achtzigern Teil der Punk-Szene von Tel Aviv war. Auch sie sieht einen Hauch angepisst aus, strahlt dabei allerdings auch jede Menge Energie aus – was in gleicher Weise auch für „Working Class Anarchist“ gilt. THE GREAT MACHINE machen das Beste aus der Situation und eigentlich wollen sie ja auch sowieso nur spielen, weshalb der Dreier im Oktober auch schon wieder in Europa unterwegs ist.

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