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THE GROTESQUERY - Tales Of The Coffin Born

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Artist THE GROTESQUERY
Title Tales Of The Coffin Born
Homepage THE GROTESQUERY
Label CYCLONE EMPIRE
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Kam Lee – dieser Name sollte allen Death Metal-Lunatics etwas sagen, hat seine Position als Sänger von MASSACRE dem Amerikaner doch den Ruf einer Todesmetall-Legende eingebracht. Nachdem Mr. Lee sich nun vor kurzem mit BONE GNAWER in der Szene aktiv zurückgemeldet hat, liegt mit „Tales Of The Coffin Born“ nun kurz darauf schon wieder ein Genrealbum vor, auf welchem Kam für den Gesang verantwortlich ist. Darauf arbeitet der Kult-Deather mit Rogga Johansson zusammen, der auch in beinahe inflationärer Weise in diversen Death Metal Combos zu finden ist, wie z.B. PAGANIZER, RIBSPREADER, DERANGED, DEMIRUG oder eben bei den zuvor erwähnten BONE GNAWER. Selbst bei EDGE OF SANITY ging der gute Mann schon mal zu Werke…. Damit dürfte wohl jedem klar sein, welche musikalische Marschrichtung sich THE GROTESQUERY auf die Fahne geschrieben haben, oder Folks?

Im direkten Vergleich zum anderen Betätigungsfeld von Kam und Rogga gewinnen THE GROTESQUERY klar. Weniger im Old-School-Death Metal-Sumpf verwurzelt als angenommen, haben die Beiden ein Horror-Death Metal-Werk eingespielt, welches seine Roots im melodischeren Death Metal hat, wie er Mitte der Neunziger Jahre aufkam. Somit ist hier keine Rede von Old-School-Death Metal, aber es wird auch kein moderner Neo-Death-Sound geboten, sondern purer, echter Todesmetall mittlerer Reife, wenn Ihr versteht was ich meine… Vergleiche mit HYPOCRISY, GOD DETHRONED, KATAKLYSM und EDGE OF SAITY sind nicht von der Hand zu weisen und somit wird die Fraktion, die von Kam ein stumpfes, im positiven Sinne altmodisches und simples Werk im MASSACRE-Stil erwartet, erneut enttäuscht werden. Im Gegensatz zum relativ eintönigen und nicht wirklich spektakulären BONE GNAWER Album weiß „Tales…“ aber spätestens beim zweiten Durchlauf zu gefallen und wartet mit toll ausgearbeiteten, brutalen, aber dennoch melodischen Nummern auf, die ein Höchstmaß an Abwechslung bieten und deren musikalische Qualität noch durch ein interessantes inhaltlich Konzept stark aufgewertet wird, hat man doch hier eine fast schon klassisch zu nennende okkulte Horrorstory aus der Feder von Mr. Lee himself in Form eines Konzeptalbums vertont. Und wo wir gerade von dem charismatischen Herrn sprechen – ich habe den Shouter selten so variabel gehört wie auf dieser VÖ. Ja ich weiß, es ist blasphemisch, aber er singt besser als auf „From Beyond“. Unterstützt wird das ganze durch eine druckvolle Produktion, geniale Gitarrenmelodien, Songs, die anspruchsvoll und fesselnd, aber nicht zu progressiv sind und durch eine wirklich schlüssige Gesamtatmosphäre.

Ich gebe zu, dass auch ich zwei Anläufe gebraucht habe, um mich der Wirkung von „Tales…“ komplett hingeben zu können, was wohl daran lag, dass ich mit falschen Erwartungen an das Werk ging. Da das Konzeptalbum keinen wirklichen Ausfall enthält, aber jede Menge erstklassiges Material, kann ich jedem Todesmetaller nur raten, hier einfach mal ein Ohr zu riskieren und sich den Namen THE GROTESQUERY auf seinem Einkaufszettel zu notieren, denn die Mischung aus technischem US-Death und Swedish-Style vermag jedem Death Metal-Jünger ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

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