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THE HELIO SEQUENCE - Negotiations

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Artist THE HELIO SEQUENCE
Title Negotiations
Homepage THE HELIO SEQUENCE
Label SUB POP
Leserbewertung
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5.5/10 (6 Bewertungen)

„Negotiations“, das fünfte Album von THE HELIO SEQUENCE, hätte anders geklungen, wenn nicht eine Überschwemmung dazwischen gekommen wäre. 2009, während die Band mit dem Vorgänger „Keep Your Eyes Ahead“ auf Tour war, bekam Sänger und Gitarrist Brandon Summers mitten in der Nacht einen unerwarteten Anruf. Zuhause in Portland standen das Studio und der Proberaum der Band 30 cm unter Wasser. Heftige Regenfälle hatten dazu geführt, dass das Wasser geysirartig aus den Abwasserrohren des Gebäudes schoss. Aber Summers sowie Schlagzeuger und Keyboarder Benjamin Weikel hatten Glück: das beste Equipment hatten sie mit auf Konzertreise oder es stand hoch genug, um nicht beschädigt zu werden. Dennoch brauchte die Kapelle ein neues Zuhause und nutzte die Gelegenheit, um mal ein etwas anderes Studio auszuprobieren. Aufgrund der neuen Umgebung, und nicht weil die Aufnahmen die lockersten und formlosesten waren, die das Duo je hinter sich gebracht hat, klingt „Negotitations“ anders als die bisherigen THE-HELIO-SEQUENCE-Platten.

Das Grundgerüst ist allerdings ähnlich geblieben und deshalb startet der jüngste Studio-Output dank des Openers „One More Time“ mit einschmeichelnden Sounds und klarem Gesang, den es auch beim einfühlsamen „October“ zu entdecken gibt. Bei THE HELIO SEQUENCE folgt im Übrigen auf diesem Monat gleich der „December“, der einen ähnlichen musikalischen Background mitbringt. Die Mucke weiß zweifellos zu betören, ohne jedoch aufdringlich zu sein. In diesem Sinne schließt sich auch das druckvolle „Downward Spiral“ an, das ein wenig straighter daherkommt, während „The Measure“ gefühlvoll einen Gang zurückschaltet. „Hall of Mirrors“ bleibt dem eingeschlagenen Weg treu und wird vom reduzierten „Harvester of Soul“ abgelöst, das mit einer akustischer Klampfe, ein paar Synthie-Akkorden und klagenden Vocals auskommt. „Open Letter“ zeigt sich da schon etwas opulenter, verharrt jedoch ebenso wie „When The Shadow Fall“ oder auch „Silence On Silence“ im bekannten Große-Emotionen-Modus. Bleibt noch der Titeltrack „Negotiations“, der sich dem ebenso wenig verschließt und noch einmal zum mächtigen Rundumschlag ausholt.

Das Endergebnis ist eine schimmernde Kollektion aus Songs mit viel Hall und eine Abhandlung zu Themen wie Einsamkeit, Erinnerung, Hoffnung, Befürchtungen, Verlust, Sühne und innerem Monolog. Klingt nach schwerer Kost, ist aber leichter als man es auf den ersten Blick vermuten würde. Und doch gehaltvoll genug, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

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