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THE HIRSCH EFFEKT - Holon: Anamnesis

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE HIRSCH EFFEKT
Title Holon: Anamnesis
Homepage THE HIRSCH EFFEKT
Label MIDSUMMER RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.4/10 (57 Bewertungen)

2010 erschien das Debütalbum “Holon: Hiberno” der Hannoveraner THE HIRSCH EFFEKT und sorgte für äußerst gespaltene Reaktionen sowohl seitens der Presse als auch der Konsumenten. Die Meinungen reichten dabei von „großartig“ bis hin zu „selbstverliebter, pseudo-künstlerischer Mist“. Zwei Jahre später nun erscheint der Nachfolger „Holon: Anamnesis“, und was die werten Herren bereits mit der ersten Platte geschafft haben, sollte ihnen mit dem zweiten Dreher mindestens ebenso gut gelingen, nämlich zu verstören.

Aber „Holon: Anamnesis“ kann noch wesentlich mehr als nur allgemeine Verwirrung auslösen, vor Allem mit eindeutig erkennbarer, musikalischer Qualität der einzelnen Musiker, aber auch des Kollektivs überzeugen. Diese Qualität nutzen die Niedersachsen für eine abenteuerliche Mischung aus nervenaufreibendem Geschrei, beruhigenden Streicherarrangements, melancholischen Pop-Anklängen, psychedelischem Stimmen-Wirrwarr, metallischen Gitarrenriffs und noch einigem mehr möglichem und unmöglichem Zeugs. Einzuordnen in gängige Stilrichtungen ist das im Prinzip überhaupt nicht, als grobe Richtungsangabe könnte man es vielleicht als eine Art Jazzcore bezeichnen. Zwischen höchst anstrengenden Lärmattacken und choralartigen Kammerchören verbergen sich dann aber auch immer wieder wohlklingende Überraschungen. „Agitation“ zum Beispiel ist beinahe eingängig (wenn auch nur für etwa 3 Minuten), das unter die Haut gehende „Irrath“ erinnert in seiner melodischen Schwermütigkeit auf subtile Art und Weise an HARMFUL oder UNJUST. Das war es dann aber auch schon mit möglichen Referenzen, denn abgesehen von diesen kurzen, möglicherweise auch durchaus subjektiv empfundenen Anklängen an anderweitige Bands, sind THE HIRSCH EFFEKT vor allem eines: Absolut eigenständig, um nicht zu sagen: Verschroben wie sonst niemand. Inhaltlich beschäftigt sich das Album mit Themen wie Einsamkeit und der Angst vor derselben, was sich auch in dem eher pessimistischen Grundtenor der Musik widerspiegelt. Der Begriff der Anamnesis ist dabei der Seelenlehre Platons entlehnt und bezeichnet grob gesagt die Wiedererlangung ureigenen Wissens der (unsterblichen) Seele aus ihren vorangegangenen Existenzformen, eine Art Erkenntnisgewinn also.

Was ich persönlich von „Holon: Anamnesis“ halten soll, weiß ich auch nach mehrmaligem Hören immer noch nicht so genau, eines jedoch steht fest: das Album ist gewiss nichts zum nebenbei beschallen lassen und auch bei aufmerksamem Zuhören nur für geübte Ohren erträglich. Ob das nun toll oder blödsinnig ist, muss wohl jeder selbst für sich entscheiden.

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