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THE HISTORY OF APPLE PIE - Feel Something

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Artist THE HISTORY OF APPLE PIE
Title Feel Something
Homepage THE HISTORY OF APPLE PIE
Label MARSHALL TELLER
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Fünf Mädels, schräbbeliger Lärm und ganz viel Popmelodien: Schon letztes Jahr fegte die Band mit dem merkwürdigen Namen mit gehöriger Wucht durch die alternativen Musikcharts. Ihr Debütalbum „Out of View“ spielte dermaßen charmant mit dem Shoegaze-Sound, dass es völlig egal war, dass hier nur kleine Törtchen vom Vortag mit viel Zuckerguss und knalligen Farben aufgehübscht und an den Mann gebracht werden sollten.

Jetzt sind sie zurück – mit bewährtem Konzept, dafür aber noch professioneller aufbereitet. Die Vorabsingle zeigte bereits, dass es bald noch mehr in Richtung Pop gehen würde. Vor allem an der Rezeptur des Sounds wurde für das Folgealbum weiter gefeilt. Melodie und Geräusch sind nun glasklar voneinander getrennt. Während das Debüt vor allem durch seine ungestüme Frische überzeugte, sind es nun immer wieder effektvoll eingebaute Kleinigkeiten, die für das gewisse Etwas sorgen. Geklaut wird aber immer noch, aber dieses Mal mit mehr Mut zur Variation. Zum Beispiel bei „Tame“: Hier kupfern sie bei der tragenden Melodie ein kleines bisschen von den GORILLAZ und ihrem „19-2000“ ab. Zusammen mit vielen anderen Zutaten entsteht aber eine ganz andere Geschmacksrichtung, die trotz aller Bezüge durchaus eigenständig zu nennen ist.

Ihre Vermarkter wollen THE HISTORY OF APPLE PIE gerne zwischen THE PAINS OF BEING PURE AT HEART und WARPAINT verortet sehen. Natürlich liegen die Ursprünge noch mindestens eine Dekade weiter zurück. In den Neunziger Jahren gab es Indierock-Bands wie diese schließlich auf beiden Seiten des Atlantiks wie Sand am Meer: VERUCA SALT, ELASTICA, LUSH, SHONEN KNIFE, THAT DOG oder ECHOBELLY. Entsprechend hätte ein Song wie „Puzzles“ auch 1995 wunderbar auf den „Tank Girl“-Soundtrack gepasst.

Dass THE HISTORY OF APPLE PIEs zweites Album trotz allem mit beiden Beinen fest in diesem Jahr verankert ist, liegt einerseits daran, dass dem gitarrenlastigen Indierock- und Shoegaze-Sound von damals momentan eine anhaltende Renaissance widerfährt. Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz klar der Verdienst der Band und ihrer Songs. So charmant-krachig wie die elf Songs auf „Feel Something“ vorgetragen werden, kann man sich dieser süßsauren Einladung als Anhänger der genannten Musikrichtungen kaum entziehen. Dabei wird die Balance zwischen süßem Popappeal und rauschendem Noise permanent gut gehalten.

Dass „Feel Something“ auf dem sympathischen Londoner Label MARSHALL TELLER RECORDS erscheint, sorgt noch einmal für eine Extraportion Zimt und Zucker auf dem Apfelkuchen. Schließlich befindet man sich damit in bester Gesellschaft, denn hier haben Bands wie THE CHEATAHS und THE VACCINES bereits überzeugend vorgemacht, wie retrospektiv-modern Indierock im Jahr 2014 klingen sollte.

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