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THE HOUSE OF USHER - Angst

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Artist THE HOUSE OF USHER
Title Angst
Homepage THE HOUSE OF USHER
Label EQUINOXE RECORDS
Leserbewertung
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3.0/10 (1 Bewertungen)

Redet man über Gothic Rock und düsteren Wave der 90er Jahre made in Germany, dann kommt man um ein paar Namen nicht herum: PiNK TURNS BLUE, ESCAPE WITH ROMEO, THE MERRY THOUGHTS und THE HOUSE OF USHER. Natürlich wurde in dieser Liste vieles unterschlagen, aber diese Künstler rangieren heute alle in der Schublade „Klasiker“. Mit „Angst“, einem Werk rund um die neu erschaffenen Urängste des modernen Menschen, liegt nach der speziell für den osteuropäischen Markt zusammengestellten „When Our Idols Fall (The Rare & The Obscure)“-Compilation nun endlich wieder ein neues Studio-Album vor. Wie üblich garantiert bereits ein Blick in das typischerweise dick ausfallende Booklet erste Freudenmomente, da dort seit jeher keine Songtexte zu finden sind, sondern je eine dem Grundthema des Albums angepasste Kurzgeschichte von Sänger Jörg Kleudgen. Das Setting von „I Hear A New World“ vereint kritischen Blick auf die heutige Gesellschaft mit einer leicht okkult-angehauchten Verschwörungstheorie. Spannend geschrieben, ärgert man sich am Ende schon fast ob des relativ abrupten Schlusses. Wie auch immer, Kleudgen beweist sich einmal mehr als talentierter Autor, dessen von THE HOUSE OF USHER unabhängigen Werke vor allem Poe-Fans sehr zusagen dürften.

Schon der Opener „Invocations“ zeigt einmal mehr, dass die Damen und Herren von THE HOUSE OF USHER sich schon lange nichts mehr beweisen müssen. Der Sound ist modern und doch unverkennbar THE HOUSE OF USHER, was unter anderem auch an der sehr charakteristischen, warmen Stimme von Jörg Kleudgen liegen mag. Nachdem man mit „Radio Cornwall“ etwas poppigere Pfade betreten hatte, kehrt man hier zu der THOU-typischen Melange aus Wave- und Gothic Rock zurück. Musikalisch deckt man eine große Bandbreite ab, die von melancholischen Hymnen wie „For My Vengeance“ hinzu träumerisch-nachdenklichen, aber durchwegs ehrlichen Nummern wie „Down Below“ und Kleinoden wie „I Wanna Now“ reicht. Hier und dort wird man wie schon früher angenehm an Bands wie The Chameleons erinnert, ohne jedoch in Plagiatverdacht zu geraten. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte hier und dort zwar gut getan, aber da man sich meilenweit von der Gefahr eintönig zu werden entfernt hält, macht das auch nicht viel aus.

THE HOUSE OF USHER – business as usual. Aber über „Angst“ noch weitere große Worte zu verlieren macht wenig Sinn – das Album will erlebt werden. Allein dieses Gefühl macht die Platte definitiv zu einer der besten Wave/ Gothic Rock-Platten der letzten Zeit.

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