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THE JOHNNY KOMET - Ikita

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Artist THE JOHNNY KOMET
Title Ikita
Homepage THE JOHNNY KOMET
Label ALL/ CARGO
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Es gibt Rockbands, die so sind wie Chamäleons. Und es gibt Rockbands, die wie ein Fels in der Brandung des Zeitgeistes stehen. Erstere haben es kurzfristig leichter, da sie sich aktuellen Trends anpassen, sich verändern und immer wieder neu erfinden können. Falls das nicht funktioniert, drohen sie allerdings schnell in der Masse an Veröffentlichungen unterzugehen. Die Felsenbands haben es erst einmal schwerer, sich zu etablieren. Stabilität entwickelt sich schließlich selten von heute auf morgen. Langfristig kann ihnen dann aber keiner mehr was, denn sie bleiben sich und ihrem Stil zumeist dekadenlang treu. Die Fans tun es ihnen entsprechend gleich. Nicht umsonst ist die veränderungsresistente Metalsparte eine der robustesten überhaupt.

Warum diese lange Einleitung? Weil es THE JOHNNY KOMET mit ihrem ersten Album bereits gelingt, eine gewisse felsige Beharrlichkeit auszustrahlen und dabei gleichzeitig chamäleonartig die Genres zu wechseln. Das alles passiert in einem abgestimmten Rahmen, so dass die Band aus Nürnberg zu keinem Zeitpunkt ihre grundlegende Form verändern muss. Aber es ist schon bezeichnend, wie routiniert hier mit herausgebrochenen Stonerrock-Partikeln, verbauten Schrulligkeiten und hymnenhaften Melodien gespielt wird und dabei der jeweilige Song konsequent im Mittelpunkt stehen bleibt. Diese handwerkliche Leichtigkeit entsprang nicht einfach dem Sturm und Drang junger unerfahrener Musiker: Frontmann Ozszkár Bertholini steuert seine Songs sonst für THE GREAT BERTHOLINIS bei und Bassist Michael Arnold war vorher bei THE AUDIENCE.

Wem also die etablierte deutsche Rockszene viel zu fett und faul erscheint, findet hier ein bereits erfahrenes, aber durchaus noch hungriges kleines Pflänzchen zwischen BLACKMAIL, SUT, JACK WHITE und QUEENS OF THE STONE AGE. „Ikita“ ist dazu eine Platte, die definitiv Lust darauf macht, live angehört zu werden. Mehr kann man von moderner Rockmusik kaum verlangen.

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