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THE LUMINEERS - s/t

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Artist THE LUMINEERS
Title s/t
Homepage THE LUMINEERS
Label DECCA
Leserbewertung
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4.8/10 (6 Bewertungen)

Vor 20 Jahren hat der damals neunjährige Wesley Schultz in der New York Times zu Protokoll gegeben, dass er später einmal Künstler werden wolle und viel Zeit mit seinen Zeichnungen verbrächte. Zwei Jahrzehnte später ist der Mann aus Ramsey, New Jersey, tatsächlich Künstler, allerdings seit 2002 als singender Gitarrist, der sich mit dem Bruder seinen besten Kumpels aus Kindertagen zusammengetan hat, um den Drogentod des Bruders und Freundes zu verarbeiten. THE LUMINEERS waren geboren und zogen über den Umweg New York nach Denver (Colorado), wo sich die Cellistin Neyla Pekarek zu Schultz und dem Drummer Jeremiah Fraites gesellte.

Gemeinsam schuf das Trio den Sound, den es jetzt auf dem selbstbetitelten Debüt zu hören gibt: eine Mischung aus eingängigem Akustikrock, klassischem Pop und der Art von Folk, wie man ihn entspannt auf einer Veranda präsentieren würde. Etwa den beschwingten Opener „Flowers In Your Hair“ oder das verspielte „Classy Girls“, auf das mit „Submarines“ druckvolle Drums für Aufmerksamkeit sorgen. „Dead Sea“ schlägt derweil ruhige, gleichzeitig auch sehr intensive Töne an, bevor die LUMINEERS mit ihrer ersten Single „Ho Hey“ (Platin für über eine Million Einheiten in den USA) zum Klatschen, Kopfnicken und Fußtippen einladen. Im Anschluss steht mit „Slow It Down“ genau das auf dem Programm, was der Titel verspricht. Langsam und mit reduzierten Mitteln, aber sehr emotionsgeladen geht’s zur Sache, ehe „Stubborn Love“ wieder die Americana-Elemente in den Vordergrund rückt. Im Weiteren gibt die Handclap-Nummer „Big Parade“ das gefühlvolle Tempo vor, während das ruhige Antikriegslied „Charlie Boy“ mitsamt Mandoline und Geige zum Nachdenken anregt. Auch „Flapper Boy“ überzeugt mit eingängigen Roots-Music-Emotionen, die beim abschließenden „Morning Song“ ihren vorläufigen Höhepunkt erfahren.

Vergleiche mit MUMFORD & SONS liegen geradezu auf der Hand und auch die Mucke der AVETT BROTHERS dürfte Schultz, Fraites und Pekarek zumindest als Inspiration gedient haben. Nun sind die LUMINEERS aber keinesfalls Kopisten, sondern schaffen ihren ganz eigenen Folk-Pop-Sound, mit dem sie nicht nur beim Spartenpublikum punkten dürften. Im heimischen Amiland hat’s immerhin schon für einen Platz 11 in den Albumcharts gereicht und auch in der Alten Welt wird der Dreier zu Recht seine Fans finden.

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