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THE MARCH OF SEASONS - My Winter

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Artist THE MARCH OF SEASONS
Title My Winter
Homepage THE MARCH OF SEASONS
Label GRAVES RECORDS
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Der Klimawandel bringt ja allerhand Probleme mit sich und betrifft unser Leben in einigen Bereichen. Ist der Frühling bei uns nun oft noch verschneit, beginnt der Sommer immer früher und wärmer, nur um von einem traurigen und langen Herbst abgelöst zu werden, bis sich der Winter eher von seiner vermatschten anstatt seiner romantischen Seite zeigt. Dieser Marsch der Jahreszeiten beschäftigt auch fünf junge Italiener, die sich 2006 zusammen taten und als THE MARCH OF SEASONS mit ihrem Erstlingswerk „My Winter“ ihre eigene kalte Jahreszeit veröffentlichen.

Doch wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai (!)“ – und eben nicht der Winter, und so schneien THE MARCH OF SEASONS bei ihrem Debüt mit einer klassischen, oft bewährten und ge(schnee)ballten Ladung puren Metalcores vorbei, mit allem was dazu gehört: Melodische Riffs, Leads – spitz wie Eiszapfen – und auch mal ein Solo, druckvoller Bass, Breakdowns, Mosh- und Doublebass-Passagen wie aneinander donnernde Eisschollen. Dazu lässt einem das angenehm-fiese Shouting fast schon das Blut in den Adern gefrieren, die selten – aber immerhin – entweder ins Growling oder in verzweifeltes Gekreische wechseln und auch mal von Crew-Shouts unterstützt werden. Die Mischung aus Melodie, Spielfreude, Aggression und Druck ist ziemlich gut gelungen, das italienische Quintett versteht sein Handwerk und offenbart keine offensichtlichen Fehler. Die Produktion ist eiskristallklar, lediglich der Schreigesang geht zwischenzeitlich im Instrumentenhagel unter und könnte außerdem mehr Varianz aufweisen, da er sich auf Dauer doch eher gleicht wie eine Schneeflocke der anderen. Doch trotz all dieser guten Eigenschaften können THE MARCH OF SEASONS das Eis nicht so leicht zum schmelzen bringen und wirken leider wie ein Schneemann ohne Karotten-Nase, ohne bunten Hut und Schal, welche ihm sonst ein Gesicht und eine persönliche Note verleihen. Das, was man zu hören bekommt, ist alles nichts Neues; es fehlt das Unverwechselbare, mit dem sich die Jungs definieren können. Bei Songs wie beispielsweise „Trip Behinds My Illusions“, „No Matter If You’re Proud Of Me“ und „The Tears Are Gone Into The Lips Of The Past“ fühlt man sich an AS I LAY DYING, AS BLOOD RUNS BLACK oder UNEARTH erinnert, hinter denen man sich spielerisch nicht unbedingt zu verstecken braucht, jedoch bilden diese Bands die Spitze des Eisberges, unter der sich eine vergleichbar hohe Anzahl von ähnlich klingenden Combos befindet. Nun muss bei Leibe nicht jede Formation das Genre neu erfinden, jedoch ist es bedauerlich, dass ein so gutes Album wie „My Winter“ mit „coolen“ Kompositionen wie „Vacation At The Graveyard“, „Just Afraid“, „A Photograph Of A Suicide“ oder das instrumentale „Still“ in der Menge unter zu gehen droht – dafür ist es bei weitem zu schade!

Es ist ein wirklich guter, knapp über 44 minütiger und zwölf Tracks starker Winter, auf den THE MARCH OF SEASON da zurück blicken können. Geschmeidig wie eine Eiskunstläuferin wissen die Italiener mit ihren Instrumenten umzugehen und legen dabei eine Entschlossenheit zu Tage wie ein hungriger sibirischer Tiger, dessen Strategie seiner Beute aber durchaus schon bekannt sein dürfte, da viele seine Artgenossen darauf zurück greifen. Bei all seiner Klasse sollten sich dennoch einige „Opfer“ finden lassen und lässt er sich zukünftig noch etwas Individuelleres oder Neuartiges einfallen, um seine Beute zu beeindrucken und sich selbst aus der Masse abzuheben, könnte er sicher bald zu dem gehobenen Kreis seiner Rasse gehören.

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