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THE MOTH - And Then Rise

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Artist THE MOTH
Title And Then Rise
Homepage THE MOTH
Label THIS CHARMING MAN
Leserbewertung
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9.1/10 (10 Bewertungen)

Die Hamburger Sludge-Metaller THE MOTH veröffentlichen dieser Tage den – nicht nur vom Titel her – konsequenten Nachfolger ihres zu Recht viel beachteten Debüts „They Fall“: „And Then Rise“. Und das, was sich da erhebt und äußerst wuchtig und heavy im absoluten Wortsinn aus den Boxen strömt wie kochend heiße Lava, ist ein wahres Monster.

Das nordische Trio präsentiert sich auf „And Then Rise“ als noch einmal deutlich gereifte Einheit, der die positive Resonanz auf das Debüt und die umfangreiche Live-Präsenz inklusive der einschlägigen Festivals und europaweiter Shows im Gespann mit CONAN und BELZEBONG offenbar sehr gut getan hat. Wie sonst ließe sich eine solch unbändige Kreativität und Spielfreude – (Wer hat denn bitte den Gitarren-Meister Freden von der Leine gelassen???) – erklären? Die oftmals in diesem Genre unvermeidlichen KYLESA-Vergleiche lassen THE MOTH anno 2015 weit hinter sich, die aber eigentlich ohnehin gehinkt haben, da es in der Mottenkiste schon immer wesentlich dunkler zuging. Letzteres wird auf dem aktuellen Dreher noch stärker betont, ebenso wie die markanten Gesangsarrangements aus weiblichen klaren Vocals und tiefen Death Growls, die weiter perfektioniert wurden und der Band einen hohen Wiedererkennungswert verleihen. Los geht es schwungvoll und Metal-lastig mit dem galoppierenden Nackenbrecher „Awaiting“ und dem ungezügelten „Travel Light“, dessen erstaunlich thrashige Riffs von einer formidablen, progressiven Rhythmusarbeit veredelt werden, bei der besonders Drummer Tiffy ein wahres Gewitter auf den Hörer niedergehen lässt. Danach wird das erste Mal das Tempo im melodischen „Fade Away“ deutlich reduziert, eine Facette, die THE MOTH sehr gut zu Gesicht steht, da Cèciles warme Stimme den bedrohlichen Doom-Riffs vom Schlage CROWBAR („Slowly To Die“) oder wahlweise THE OBSESSED, wie in der augenzwinkernden Hommagé „To Rise (In WINO Veritas)“, einen anheimelnden und doch gleichzeitig subtil verstörenden Charakter verleiht. Vielseitigkeit ist Trumpf auf „And Then Rise“ und THE MOTH gelingt es ausgezeichnet, eine ausgewogene Mischung aus eben solchen elegischen Zeitlupen-Songs (den Zeitdruck merkt man ihnen im Hidden Track „Pressure of Time“ so gar nicht an) auf der einen, sowie herrlich treibenden und PS-starken Sludge-Metal-Brechern vom Schlage „Battle Is Over“ oder „Seek And Burn“ auf der anderen Seite zu kreieren. Das Beste daran ist jedoch, dass alles an diesem Album absolut authentisch wirkt und nicht nur absolut präzise, sondern vor allem mit viel Seele gespielt ist.

„Mehr davon“ habe ich im Fazit meines Reviews zum Vorgänger „They Fall“ erbeten. Hier gibt es mehr von allem: mehr Riffs, mehr Metal, mehr Doom, mehr Melodie, mehr Breaks, mehr … THE MOTH. Und das ist gut so. Denn so klingt „And Then Rise“ eben nur wie eines: THE MOTH nämlich.

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