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THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION - Doomjazz Future Corpses!

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Artist THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION
Title Doomjazz Future Corpses!
Homepage THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION
Label AD NOISEAM
Leserbewertung
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Ich muss zugeben, dass natürlich der extravagante Name des Projekts hat aufhorchen lassen. Mir war Mastermind und Breakcoreproduzent Jason Köhnen vorher kein Begriff – weder als BONG-RA, noch als Grindcoremusiker der 80er Jahre. Aber wer Murnaus „Nosferatu“ sowie Langs „Metropolis“ zu neuen Klanggewändern verholfen hat, wird für mich gleich noch interessanter. Bei der Veröffentlichung „Doomjazz Future Corpses!“ handelt es sich um ein alter Ego des KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLES, bestehend aus den niederländischen Kunsthochschulstudenten Köhnen und Gideon Kiers. Offenbar für einen Auftritt, bzw. für eine Veröffentlichung hielten es die Musiker für nötig, sich umzutaufen, wahrscheinlich weil sie um Bühnenunterstützung erweitert waren.

Das knapp 70minütige Album mit den schlicht durchnummerierten Tracks (trotzdem klingt alles wie aus einem Guss) ist ein einwandfreier Livemitschnitt vom Februar 2007 in Amsterdam. Nach der etwas gruseligen (da unvermittelten) sprachlichen Ankündigung, „Deathjazz!“, wird der Hörer ohne Umschweife in eine träge und zähe Klanglandschaft geschoben. Langgezogene Drones aus Cello und Saxophon kriechen durch die Trommelfelle, kreuzen sich mit Oszillatoren und dürften einen guten Soundtrack für einen müden, gefesselten David Lynch in Trance bieten. Das Besondere an dieser guten Stunde dunkler Musik ist die reine Improvisation, was sie tatsächlich in eine ähnliche Ecke mit sog. Freejazz stellt, allerdings hören dann auch schon die Gemeinsamkeiten mit diesem ebenfalls experimentierfreudigen Genre auf. Man sollte sich vom Titel nicht dahingehend beirren lassen. Auch mit Metal hat das mit Sicherheit nichts zu tun. Schubladengrenzen weichen zwar immer mehr auf, aber in diesem Fall definitiv nicht. Die selbsternannten Mutantenjazzer verkürzen im Titel kurzerhand ihre Vorstellung einer „soundscape of barren wastelands droning into memories of future’s past.“ Das funktioniert tatsächlich sehr gut.

Gegen Ende des gelungenen Auftritts entwickeln sich sogar wiederkehrende Melodiemotive aus den schwelenden Gitarrenriffs, nur leider bricht die Aufnahme etwas abrupt ab. Allerdings muss man der eingeschränkten Bespielbarkeit von CDs irgendwo Rechnung tragen, auch wenn es wegen mir gern länger so weitergehen könnte. Gerade nachts und am Stück empfehle ich dieses Album zu hören, da entfaltet sich eine durchaus angenehme Atmosphäre.

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