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THE NAKED AND FAMOUS - Passive Me, Aggressive You

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Artist THE NAKED AND FAMOUS
Title Passive Me, Aggressive You
Homepage THE NAKED AND FAMOUS
Label SOMEWHAT DAMAGED
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Das Prinzip „Blank ziehen, um zumindest für einen kurzen Moment berühmt zu werden” erfreut sich ja leider Gottes immer größerer Beliebtheit. Kann sein, dass auch der neuseeländische Fünfer THE NAKED AND THE FAMOUS davon die Nase voll hatte und sich deshalb provozierend einen entsprechenden Bandnamen zugelegt haben. Mit nackten Tatsachen müssen die beiden Gründungsmitglieder Alisa Xayalith (Gesang und Songwriting) und Thom Powers (Gesang, Songwriting, Gitarre und Produktion) aus Auckland, die THE NAKED AND FAMOUS 2008 aus der Taufe gehoben haben, jedenfalls nicht auf sich aufmerksam machen. Dafür hat das Duo, das inzwischen um Aaron Short (Programmierung und Produktion), David Beadle (Bass) sowie Jesse Wood (Drums) zum Quintett gewachsen ist, seine elektronische Indie-Pop-Mucke, mit der es daheim gleich bis an die Chartsspitzen der Album- und Single-Hitparaden ging.

Die erste Singleauskopplung „Young Bloud“ hat es auch hierzulande zu erheblichem Airplay und immerhin #30 in den Charts gebracht. Zu Recht, denn die Synthie-Hymne, die Erinnerungen an „Kids“ von MGMT weckt, ist einfach ein Ohrwurm, der sich ebenso wie der zackige Album-Opener „All of This“ blitzschnell ins Hirn frisst. Da sich die Beine schon mal ganz unbewusst in den Tanzmodus begeben haben, kann’s mit „Punching In A Dream“ auf dem Dancefloor gleich weitergehen, bevor beim rumpelnden „Frayed“ Shoegazing-Langäxte mit verzerrten Stahlsaitern flirten. Dem folgen die hallenden Klavierakkorde von „The Source“ und „The Sun“, ehe die explodierenden Eighties-Synthie-Rhythmen von „Eyes“ wieder Tempo macht. Derweil schlägt „No Way“ folkige Töne an, um schließlich mit „Spank“ sämtliche Genre-Grenzen zu sprengen. Die krasse Dissonanz, mit der „Jilted Lovers“ für sich wirbt, ist der Verehrung der Bandmembers für NINE INCH NAILS geschuldet und auch „A Wolf In Geek’s Clothing“ marschiert ungestüm nach vorn. Dafür zeigt sich „The Ends“ wieder elektronisch-versöhnlich, ehe „Girls Like You“ zum finalen Rundumschlag ausholt. Die Hooks animieren zum Mitsingen und der Sound bringt erneut die Füße zum Wippen – der Musik von THE NAKED AND FAMOUS kann man sich halt nur schwer entziehen.

Sie ist zwar nicht wirklich neu, aber perfekt zitiert und mit genügend eigenständigen Ideen gespickt, dass es eine Freude ist, der Dame und ihren vier Herren aus down under zu lauschen und das Tanzbein zu schwingen. Mit „Passive Me, Aggressive You“ legen THE NAKED AND FAMOUS die Latte für einen Erstling verdammt hoch.

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