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THE PICTUREBOOKS - Artificial Tears

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE PICTUREBOOKS
Title Artificial Tears
Homepage THE PICTUREBOOKS
Label NOIS-O-LUTION
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.5/10 (8 Bewertungen)

Sie kamen im letzten Jahr praktisch aus dem Nichts und präsentierten ihr hoch gelobtes Debüt „List of People To Kill”: THE PICTUREBOOKS aus Gütersloh. Keine zwölf Monate später folgt jetzt bereits der Nachfolger „Artificial Tears“, nachdem die PICTUREBOOKS gemeinsam mit u.a. THE (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY, MILLENCOLIN und JENNIFER ROSTOCK auf einer Bühne gestanden haben.

Nun ist die zweite Platte stets eine Herausforderung und womöglich ist „Artificial Tears“ auch noch mit der heißen Nadel gestrickt? Mitnichten! Was die Ostwestfalen hier abliefern, hat ganz und gar nichts mit provinzieller Beschaulichkeit zu tun. Stattdessen schraubt das Trio den eigenen Standard auf internationales Niveau und zeigt manch anderer Band wo der Hammer hängt. Gleich der Opener „I Put A Spell On You“ weist unmissverständlich die Richtung. Noise Rock steht über dem Ganzen, es wird dreckig gerockt und dabei nicht vergessen, die nötige Portion Spannung einzubauen, die hier bestens rüberkommt und für wohlige Schauer sorgt. Spätestens mit dem treibenden „Twisted Truth/Mislead Youth“ haben die drei strubbeligen Buben ihre Zuhörer endgültig im Sack und können so zum lasziven „Drawing Hearts On Your Jeans“ ihre grandiose Gehirnwäsche fortsetzen. Deshalb sind auch alle Versuche, sich gegen das rotzige „Running Out Of Problems (You Can Have Some of Mine)“ zu Wehr zu setzen, von vorneherein zum Scheitern verurteilt, warum man sich den noisigen Langäxten und der wummernden Rhythmusfraktion auch besser gleich bedingungslos ergeben sollte. Bei „Sensitive Feelings All Electric“ findet sogar noch ein wenig Elektronik Platz im PICTUREBOOKS-Sounduniversum und macht sich dort – wie könnte es anders sein? – ausnehmend gut. Mit „Dance Tiger Dance“ kehren psychedelische Klänge zurück, die ein wenig ruhige Stoner-Attitüde mitbringen, ehe der Track zu explodieren scheint und Platz für das scheppernde „Kiss Me Goodbye“ im krachenden Garagenstyle macht. Mit Highspeed schließt sich „Finders/Keepers“ an. Es wird erneut geschrammelt was das Zeug hält und sich dazu die Stimme aus dem Leib geschrien, bevor der Titeltrack „Artificial Tears“ zum Kopfnicken einlädt. Schon wieder einer dieser Songs, die ohen Vorwarnung in die Hirnwindungen kriechen, sich dort ungeniert breit machen und auch noch ihren zwingenden Kumpel „Personality Grown On A Tree“ mitbringen. „The Phone Won’t Ring For You Tonight“ klingt mit seiner eingängigen Melodie fast wie eine Entschuldigung für den ganzen Krach, den die PICTUREBOOKS im Vorfeld produziert haben. Aber nur fast, denn auch auf der Zielgeraden stehen Tempo, Härte und Eingängigkeit nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich perfekt.

Mit „Artificial Tears“ bringen THE PICTUREBOOKS ohne jeden Zweifel das nötige Rüstzeug mit, um in der ersten Liga mitzuspielen. Krachender Noise, stampfender Stoner, dreckiger Blues und ganz viel Herzblut-Rock’N’Roll haben sich hier auf einer der besten Platten des Jahres 2010 gefunden.

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