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THE POEM IS YOU - …and the Earth shall weep

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Artist THE POEM IS YOU
Title …and the Earth shall weep
Homepage THE POEM IS YOU
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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8.2/10 (5 Bewertungen)

THE POEM IS YOU haben ihre Zelte in Dresden, Berlin und Brüssel stehen, sie könnten aber ebenso gut irgendwo in der amerikanischen Weite zuhause sein. Erst 2006 haben sich die sechs, die gleich mit vier Sängern und Sängerinnen aufwarten, zusammengetan und begonnen am heimischen PC einige Songs aufzunehmen und eine Myspace-Seite ins Leben zu rufen. Inzwischen ist der erste Longplayer mit experimentellem Folk fertig und wir dürfen dem Ergebnis lauschen.

Die ersten Töne des Openers „Muddy Waters“ klingen stark nach Lagerfeuer und katholischer Jugendgruppe, bis knarzende Gitarren und stampfende Drums Leben in das zurückhaltende Treiben bringen. „Le Profil“ wagt sich derweil an vertrackte Songstrukturen mit hingehauchten Chören, während „FLM“ in der heimischen Küche mithilfe eines Uralt-Cassettenrecorder aufgenommen zu sein scheint. Fast scheint es, als sei das Gerät auch nur zufällig angewesen, als zwei Mädels ein bisschen vor sich hin geklimpert und gesungen haben. Dann gewinnen die Sechssaiten jedoch mehr Gewicht und machen den Track rund, bevor „Duel For Guitars #1“ die Instrumente vortrefflich wirken lässt. Klasse Nummer mit viel Drive, die gänzlich auf Gesang verzichtet. Der Titelsong „The Earth Shall Weep“ verfügt dann wieder über Vocals, die allerdings einen etwas schrägen Eindruck machen, klingt ein wenig als seien die Protagonisten von Indianergesängen inspiriert worden. „Luxury of War“ bringt wieder mehr Pep ins Geschehen und gefällt mit eingängigen Harmonien. Prärie-Melancholie versprüht der Akustiktrack „Southern Child Pt. 1“, bei dem besonders der emotionale, ein wenig an BOB DYLAN erinnernde Gesang heraussticht. Beim folgenden „Southern Child Pt. 2“ leiht dann zusätzlich eine Dame dem Stück ihre Stimme, wodurch der Stil Richtung Mexiko wandert und auch wieder etwas Fahrt in die Sache kommt. Dem schließt sich „Midday Train“ an: Coole Percussions treffen auf entspannte Saitenklänge, die gute Laune verbreiten. Bleibt noch „Southern Child Pt. 3“, bei dem ein letztes Mal die Stille von sanftem Gesang und sparsamer Instrumentalisierung durchschnitten wird.

Ein zurückhaltendes, aber keinesfalls langweiliges Album ist „…and the Earth shall weep“ geworden. Hier und da blitzen verquere musikalische Strukturen durch, in Gesamtheit folgt man einem anspruchsvollem Americana-Stil, der auch den Fans der BRIGHT EYES oder der TWO GALLANTS gefallen könnte.

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