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THE PRODIGY - The Day Is My Enemy

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Artist THE PRODIGY
Title The Day Is My Enemy
Homepage THE PRODIGY
Label VERTIGO
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

THE PRODIGY sind wahre Veteranen des Big Beats und haben zweifellos dem Rave ihren Stempel aufgedrückt. Dazu haben insbesondere Songs wie „Outer Space“, „Everyone In The Place“, „Charley Says“, und natürlich „Smack My Bitch Up” und „Firestarter” beigetragen. Seit 1990 machen Schreihals Keith Flint und Mastermind Liam Howlett als THE PRODIGY gemeinsame Sache, wenig später stieß Maxim – zunächst nur als MC für die Live-Gigs, jedoch bald auch als festes Bandmitglied hinzu. Keine Frage, die Neunziger waren ihre große Zeit, aber auch im neuen Jahrtausend machten die Briten mit zwei erfolgreichen Studio-Silberlingen auf sich aufmerksam. Daran will das Trio mit der nunmehr sechsten Platte „The Day Is My Enemy“ anknüpfen.

Wie es scheint, sind die Herrschaften gerade ziemlich angepisst, zumindest hört sich das Album äußerst wütend an. „The Day Is My Enemy“ heißt es da bereits im eröffnenden Titeltrack. Es gibt gleich eine ordentliche Breitseite auf die Ohren, die Beats peitschen aus den Boxen und der Lärmpegel schwillt zu ohrenbetäubendem Getöse an – ganz so wie man es von THE PRODIGY in Bestform kennt und schätzt. In diesem Sinne knüpft auch das temporeiche „Nasty“ an und fast scheint es so, als würden die imaginären Stroboskopblitze sogar das heimische Wohnzimmer erhellen. Keine Frage, dass auch die Stakkato-Sounds von „Rebel Radio“ keine Gefangene machen, ehe „Ibiza“ die Kollegen von SLEAFORD MODS auf den Plan ruft. Die Dissonanzen sind gewollt, absolut Rave-tauglich und wie gemacht für das wilde Nachtleben auf der Balearen-Insel. „Destroy“ und „Wild Frontier“ lassen die Herzen der Oldschool-Fans höher schlagen und auch das treibende „Rok-Weiler“ bohrt sich ziemlich schnell in den Hirnwindungen fest. THE PRODIGY wissen halt wie’s geht, auch wenn keine ausgesprochenen Überflieger auf der aktuellen Langrille zu verzeichnen sind. Dafür bewegt sich der flotte Dreier jedoch überwiegend auf durchgängig hohem Niveau, sieht man mal von kleineren Abstrichen beim instrumentalen „Beyond The Deathray“ und der Autoscooter-Nummer „Rhythm Bomb“ ab. Beim letztgenannten Songs ist übrigens erneut ein Gast zu hören: diesmal der Produzent und DJ FLUX PAVILION. Dafür nimmt „Roadblox“ schon bald wieder hypnotisch-krachend Fahrt auf die düsteren Klänge von „Get Your Fight On“ gehen ohne jeden Umweg direkt auf die Zwölf. Einen dezent orientalischen Touch bekommt das ruppige „Medicine“ durch sich wiederholende Klarinetten-Snippets, während „Invisible Sun“ tiefenentspannt durch die Gehörgänge rauscht. Bleibt noch die „Wall of Death“ – bei welcher der Songtitel auch gleich das Programm bestimmt. Es geht abermals in die Vollen: welcome to the jungle!

Wobei wir uns mit THE PRODIGY eindeutig in einem großstädtischen Dschungel bewegen. In einem dunklen Moloch, der niemals Ruhe findet, wo die urbane Hektik den Beat vorgibt und auch mal für Missklänge sorgt. All dies nimmt „The Day Is My Enemy“ auf und streift ruhelos umher wie der Fuchs vom Album-Cover, der zwar zunächst harmlos aussieht, aber wer weiß? Vielleicht die Tollwut in sich trägt und womögluch ebenfalls verdammt wütend ist – so wie THE PRODIGY dieser Tage.

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