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THE RAIN - Involver

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Artist THE RAIN
Title Involver
Homepage THE RAIN
Label MANTA RAY/ GROOVE ATTACK
Leserbewertung
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6.9/10 (9 Bewertungen)

THE RAIN? Bei dem Bandnamen fallen einem ja eine Menge popkultureller Zitate ein, die von „Why does it always rain on me?“ bis zu „Ich hab keine Lust mehr im Regen zu stehen“ reichen. Also ein dankenswerter Name um gleich, möglichst sinnfrei, eine Rezension zu gestalten. Aber egal, der Anfang ist gemacht. Wenn dann noch das Artwork an RADIOHEAD gemahnt und mit „Involver“ natürlich sofort Assoziationen an die BEATLES geweckt werden, hat das Trio es wohl auch nicht anders gewollt. Hier wird aus dem übervollen Indie-Rock-Kessel des letzten Jahrzehnts geschöpft, zitiert und aufbereitet, um uns letztendlich ein schmackhaftes, wenn auch wenig aufregendes, Mahl zu kredenzen. Die unter dem Banner der deutschen Hauptstadt auftretende Band macht aber deutlich, dass es hier jemand wissen will. Passend zum bereits erfolgten Release in den UK zog die Band kurzerhand mal ein Jahr nach London und absolvierte eine Reise durch die dortigen Clubs. Zum Videodreh von „Big Lie“ engagierte man niemand geringeres als Top-Model Eva Herzigova, die denn auch gleich bei dem Clip Regie führte. Also eine menge großer Gesten, die aber leider nicht komplett zum Erfolg führen.

Nimmt „Involver“ zu Beginn gleich große Fahrt auf und haut dem Zuhörer drei Hits (die fast einen Vergleich mit BLOC PARTY evozieren) um die Ohren („Everyday“ mit grooviger Drum- und Bassarbeit und schönem Refrain, „Waste Love“ der beste Track des Silberlings, der unbekümmert an große Glanzzeiten des Power-Indie-Brit-Rock erinnert (Toller Refrain knallt auf leicht dissonante Gitarrenriffs. Davon hätte es gerne mehr sein dürfen). Sowie die schon erwähnte Single „Big Lie“, die ebenfalls gelungen zwischen einer leichten Sperrigkeit und Pop-Sensibilität wandelt), geht danach Daniel Schröteler an den Drums, Carlos Bruck am Bass und Lorenz Theuer ein wenig die Luft aus. „It feels like“ gehört auch noch zur hellen Seite der Scheibe (genauso wie „Symmetry“), aber spätestens beim Tearjerker „Involver“ oder „I wish“ breitet sich eine allzu beliebige Fluffigkeit über den Tracks aus, die wenig begeistert. Natürlich ist das nicht schlecht, auch kompetent dargeboten, nur steht der Band ihre straight-rockige Seite besser. Hier fehlen einfach die großen Melodien, um aus dem See der mediokren Indie-Bands hervorzustechen. Kurz vor Ende lässt dann „Dont hurry“ noch einmal aufhorchen, um dann die Scheibe doch noch mit einem Schlaflied (nichts gegen gut gemachte Schlaflieder!) namens „What the hell are you doing here“ zu beenden.

Für Genre-Freunde (und überwiegend Freundinnen) sicherlich empfehlenswert, wer von (den frühen) RADIOHEAD über MUSE bis hin zu COLDPLAY alles sein Eigen nennen muss, darf gerne zugreifen.

File under: Hymnischer Indie-Rock.

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