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THE RASMUS - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE RASMUS
Title s/t
Homepage THE RASMUS
Label UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
3.4/10 (13 Bewertungen)

Nomen est omen: Die Tatsache, dass den Finnen kein Titel für Album Nummer acht eingefallen ist, lässt schon ein wenig erahnen, dass der Kreativschub hinter dieser Platte nicht unbedingt der allergrößte war. Und tatsächlich, ein Überflieger ist „The Rasmus“ nicht geworden.

Im Gegenteil. Zu seicht, zu gefällig, zu gottverdammtnochmal nett, und vor allem, zu gleichförmig – nichts, was man nicht schon mal anderswo, ob bei THE RASMUS selbst oder vielleicht bei Kollegen wie NEGATIVE, schon mal gehört hätte. Noch dazu womöglich besser. Schön, nach ein paar Runden im Player konnte „The Rasmus“ dann doch noch ein paar Pünktchen holen – es sind ein paar schöne Popsongs dabei, teilweise mit angenehm melancholischem Unterton, und „Sky“, der letzte Titel, hat noch dazu etwas von der Dramatik, wie sie Bands á la MY CHEMICAL ROMANCE eigen ist. Von den alten THE RASMUS, die es zu ihren besten Zeiten im Bereich Düsterpoprock mit den Großmeistern HIM aufnehmen konnten, ist allerdings verdammt wenig übrig geblieben.

Verglichen mit früheren Alben sind die Nordlichter elektronischer geworden, wie die Electropop-Soloplatte, die Sänger Lauri Ylönen letztes Jahr ablieferte, schon erwarten ließ. Das treibt teilweise seltsame Blüten – da wird „Stranger“ zunächst von einem ziemlich synthetisch klingenden Achtzigerjahre-Beat angetrieben, bis dann mit viel Gewalt Schlagzeug und Gitarren loshämmern, als würde man sich doch noch nicht so richtig trauen, sich von den alten Wurzeln zu verabschieden. Vor allem aber wird heftig mit dem Mainstream geflirtet, was sich vor allem an der hohen Anzahl von Powerballaden zeigt, und das Muster ist immer gleich: zarter Anfang, mächtiger Refrain (bei den gelungeneren Songs) oder klagende Herzschmerz-Vocals bis zum Schluss, die bei allem demonstrativ zur Schau gestelltem Feeling dann doch nicht überzeugen. „Save Me Once Again“ hat nicht nur einen reichlich abgedroschenen Titel, sondern auch null Ecken und Kanten und ist leider wirklich schnarchlangweilig. Etwas aus dem Rahmen fällt „Someone’s Gonna Light You Up“, bei dem es auch mal wieder ein bisschen härter zur Sache geht, und „You Don’t See Me“ ist vom Text her zwar auch kein Dylan, hat aber Schwung und eine nette Melodie. Das war’s dann aber auch schon.

Nun war schon das letzte RASMUS-Album „Black Roses“ nicht unbedingt der Renner; umso mehr hätten sich die Fans sicherlich über eine Rückkehr zu alten Größe gefreut. Möglicherweise wäre die Hinwendung zu mehr Electropop gar nicht das Problem gewesen, hätte man sie konsequent betrieben und vor allem ein paar überzeugendere Songs ins Rennen geschickt. Bei „The Rasmus“ drängt sich die Frage auf, wen diese Platte glücklich machen soll. Die Fans, die mit „Dead Letters“ groß geworden sind? Wohl kaum. Radiohörer, die SUNRISE AVENUE für Rockmusik halten? Vielleicht schon eher. Die haben aber schon genug andere Bands, die ihnen anspruchslosen Stadionrock mit Schmusefaktor servieren. Also vielleicht die Musiker selbst? Wollen wir’s hoffen.

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