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THE RIFLES - Freedom Run

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Artist THE RIFLES
Title Freedom Run
Homepage THE RIFLES
Label RIGHT HOOK RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Schnellschüsse sind nicht unbedingt das Ding der RIFLES. Seit der letzten Platte „Great Escape“ sind schon wieder zwei Jahre ins Land gegangen und auch zwischen dem Debüt „No Love Lost“ und dem zweiten Streich lagen drei Jahre. Nun ist allerdings von den RIFLES, die sich 2003 in London gegründet haben, nur noch die halbe Besetzung übrig. Schlagzeuger Grant Marsh und Bassist Rob Pyne haben im letzten Oktober ihren Weggang bekannt gegeben, so dass von der Stammmannschaft jetzt noch Joel Stroker und Luke Crowther an Mikro & Gitarre agieren.

Die beiden zeichnen auch für die 13 Songs auf „Freedom Run“ verantwortlich und präsentieren THE RIFLES von einer ganz neuen Seite. Und leider nicht unbedingt von ihrer besten… Der Opener „Dreamer“ taugt noch als Aufwärmübung, wenn man im Hinterkopf hat, was die Briten in der Vergangenheit schon abgeliefert haben, doch leider wollen sie diesmal nicht so recht aus dem Aufwärmmodus herauskommen. „Freedom Run“ ist stattdessen verdammt poppig und leider auch austauschbar ausgefallen. „Long Walk Back“ gefällt zwar mit schwungvollen Melodien, aber der Kick fehlt heuer ein wenig. Da retten auch die Gitarrenhooks von PAUL WELLER wenig, der erstens bekennender RIFLES-Fan der ersten Stunde ist und zweitens beim britpoppigen „Sweetest Things“ mit seinem Sechssaiter von der Partie ist. Waren die Streicher beim Vorgänger „Great Escape“ noch schmückendes Beiwerk, plätschern sie wie bei „Tangled Up In Love“ eher uninspiriert umher, bevor es mit „Eveline“ in Akustik-Gefilde geht. Dort sind die Herrschaften sogar ganz gut aufgehoben und auch die zackige BEATLES-Reminiszenz „Love Is A Key“ steht ihnen durchaus gut zu Gesicht, aber der Charme und der Einfaltsreichtum früherer Tage will sich nur bedingt zeigen. Schmerzlich vermisst habe ich beides beim reichlich beliebigen „Falling“. Für meinen Geschmack ist „Nothing Matters“ etwas zu zuckrig und melodramatisch ausgefallen, aber immerhin kommen die Herren Stoker und Crowther hier ihren musikalischen Kernkompetenzen wieder näher. „Coming Home“ klingt in Teilen ein bisschen wie eine Melange aus den KINKS und den BEACH BOYS, bezaubert aber ohne Zweifel mit einer mitreißenden Melodie, der auch „I Get Low“ anheim fällt. Geduld muss der werte Hörer allerdings bei „Little Boy Blue (Human Needs)“ mitbringen, das geraume Zeit braucht, um endlich aus dem Quark zu kommen. Bis die Gitarren in gewohnter Güte schrammeln dürfen, trommeln sich die Insulaner minutenlang durch einen imaginären Dschungel – hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Und der finale Schmachter „Cry Baby“ ist auf der Zielgerade fast schon verzichtbar.

Vielleicht hätten sich THE RIFLES noch ein paar Monate länger Zeit nehmen sollen. Dann wäre beim dritten Longplayer möglicherweise mehr drin gewesen. Vielleicht ist bei den Jungs aber auch einfach die Luft raus. Irgendwelche guten Gründe wird es ja auch geben, dass Marsh und Pyne nicht mehr an Bord sind. So haben Joel und Luke mitsamt ihrer Studio-Verstärkung zwar keine schlechte Platte abgeliefert (sieht man mal von den teilweise abstrusen Texten ab), aber eben auch keine, die über Mittelmaß hinauskommt. Und THE RIFLES müssen sich nun einmal an sich selbst messen lassen. Weshalb ich von den Briten und „Freedom Run“ eindeutig mehr erwartet hätte.

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