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THE RIVER PHOENIX - Ritual

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Artist THE RIVER PHOENIX
Title Ritual
Homepage THE RIVER PHOENIX
Label NETTWERK
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Wer glaubt, diese dänische Band habe sich nach dem früh verstorbenen Schauspieler gleichen Namens benannt, liegt nicht ganz richtig. Eigentlich war der Film „Stand by Me“, in dem Phoenix eine Hauptrolle hatte, ausschlaggebend. „Stand by Me“ klang den Jungs allerdings zu sehr nach einem potenziellen Kitschroman von Danielle Steel und so wurde aus der Kapelle THE RIVER PHOENIX. Bereits seit Ende der Neunziger rackern und rocken die Herrschaften, die auf einer kleinen Insel zwischen Dänemark und Schweden mit SMASHING PUMPKINS-, WEEZER-, NIRVANA- und DINOSAUR JR.-Platten aufgewachsen sind, um jetzt ihre Debütlangrille „Ritual“ an den Mann und die Frau zu bringen.

Eigentlich seltsam, dass nie jemand früher auf THE RIVER PHOENIX aufmerksam geworden ist, vielleicht brauchten die fünf aber auch einfach genau diese Zeit, um „Ritual“ reifen zu lassen. Das Warten und die Zusammenarbeit mit Producer Pelle Gunnerfeldt (THE HIVES) hat sich auf jeden Fall gelohnt. Empfangen wird der geneigte Zuhörer mit flotten Indie-Gitarren und treibenden Drums, die „5 Wheel Drive“ einläuten. Komplettiert wird das Ganze von Kristians speziellem Gesang, der auch beim melancholischen „28 83 7“ eine tragende Rolle übernimmt. Mit „Kittens“ geht’s verträumt weiter, bevor „To Be Willing To March Into Hell For A Heavenly Cause“ mit vertrackten Sounds übernimmt. Schrammelige Gitarren und ein druckvollen Schlagzeug bestimmen „A Seed Upon The Wind“ ebenso wie „Dashboard/Attic“, allerdings steht vor allem bei letzterem weniger Geschwindigkeit im Vordergrund. Stattdessen gibt es gefühlvolle Harmonien, die bei „Rabbit Island“ von Stakkato-Riffs abgelöst werden. „I’m USA, You’re Canada“ drückt mit fettem Chorus ordentlich auf die Tube, um mit „Radar Gloves“ wieder zum eingängigen Midtempo zurückzukehren. Dem schließt sich „Engines Fuel“ mit vielschichtigen Prog-Akkorden an, die bei „Echo Valley“ erneut in romantische Gefilde abtauchen. Bleibt noch „Meteorites“, das mit einem Slow-Motion-Paukenschlag den Erstling eindringlich beendet.

Die skandinavische Herkunft hört man nicht heraus, vielmehr würde man die Band eher im US-Alternative ansiedeln, wo auch ihre großen Vorbilder, die SMASHING PUMPKINS, mit einem ähnlichen Stil zuhause sind. Immerhin konnten sich THE RIVER PHOENIX mit dem Support eines SMASHING PUMPKINS-Konzertes in Kopenhagen schon einen langgehegten Kindheitstraum erfüllen. Vielleicht klappt’s mit „Ritual“ ja auch, dass die Dänen sich einen eigenen Namen machen. Neben diversen Festivalauftritten sollte die Deutschlandtour im Herbst dazu beitragen.

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