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THE ROLLING STONES - Shine a light

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Artist THE ROLLING STONES
Title Shine a light
Homepage THE ROLLING STONES
Label POLYDOR/ UNIVERSAL
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

“Shine a light” kann man ja durchaus in verschiedene Richtungen interpretieren… Eigentlich ein Song vom „Exile on Main St.“-Album, kann der Titel auch als Parabel gedeutet werden: Vielleicht sollte mal jemand ein Licht einschalten, damit die Stones den Weg von der Bühne finden und ihrer „Neverending Tournee“ einmal ein Ende bereiten. Wahlweise könnte auch Keith Richards davon abgehalten werden, von Palmen zu fallen, die Asche seines Vaters durchzuziehen oder in konfusen Blockbustern den Piraten zu mimen…

Musikalisch hingegen muss man doch konstatieren, dass „A Bigger Bang“ durchaus besser war, als man befürchten konnte. „Rock´n Roll is dead“ von den HELLACOPTERS klang auch nicht viel anders. Nun also ein Konzertfilm, leider mit unspannender Prämisse: Zwei Abende im „Beacon Theatre“, vor kleinem, auserlesenen Publikum (die Clintons…) mit illustren Gaststars (Aguilera…). Aber halt: Scorsese ist in charge! Immerhin zeigt sich dieser für zwei der besten Musikfilme der Pop-Kultur verantwortlich: THE BANDs „The last Waltz“ und DYLANS „No Direction Home“ (von „Raging Bull“ und „Taxi Driver“ ganz zu schweigen). Aber da es hier um die begleitende CD gehen soll, müssen die visuellen Fakten außen vor bleiben.

Begonnen wird die erste der beiden CDs mit einem gespielt aufgeregten Scorsese, der „Setlist! O.K. First Song!“ ruft, um damit die Bühne für „Jumping Jack Flash“ frei zu machen. Das „I was born in a crossfire Hurricane!“ nimmt man Herrn Jagger zwar nicht mehr unbedingt ab, aber stimmlich ist er durchaus noch in guter Form. Die angezerrten Gitarren grooven ganz ansehnlich und das unnachahmliche Schlagzeugspiel von Charlie Watts rumpelt wie eh und je leicht am Takt vorbei. Natürlich ist der Song schon tausend Mal gehört, dennoch aber ein gelungener Opener. Das nachfolgende „Shattered“, vom Album „Some Girls“, hängt noch nicht aus den Ohren, ebenso wenig wie „She was hot“ vom 84er Album „Undercover“, und dementsprechend machen diese Titel schon ein wenig mehr Spaß. „All down the line“ ist das erste Mal auf einer Live-Aufnahme der Stones zu hören und rockt und rollt wie 1972. Bei „Loving Cup“ bekommen die Stones dann eine kompetente Aushilfe, hier in Gestalt von Jack White dem Dritten (WHITE STRIPES/ RACONTEURS), auf der Bühne. Ganz ordentlich, aber nicht weltbewegend. BUDDY GUY drückt „Champagne & Reefer“ schon mehr seinem eigenen Stempel auf und sorgt für einen Höhepunkt auf der Doppel-CD, während „Live with me“ mit Mama Aguilera, die mit ihrem „Pressgesang“ unglaublich nervt, doch ein wenig zu sehr nach „Stadtfest-Alt-Herren-Rock“ klingt. Das will ich schon einmal nicht auf Celluloid verewigt sehen…

Als weiterer Ausfall ist „As tears go by“ zu beklagen, auf dem Mick Jagger seine Stimme kaum unter Kontrolle hat: Ein arg dünner und nöliger Gesang wird zudem von Keyboards zugekleistert, die den Song nicht unterstützen, sondern ins Stümperhafte kippen lassen. „Connection“ wiederum „glänzt“ mit Richards an den Lead Vocals… da klappen sich einem zwischenzeitlich die Zehennägel hoch, dermaßen out of tune wird auf dem Track gejault. Fairerweise muss man aber an dieser Stelle doch die Produktion loben, die auf große Nachbearbeitung verzichtet hat und die Live-Tracks authentisch wiedergibt. Kein Vergleich mit anderen sterilen, mit Overdubs zugekleisterten Aufnahmen (Man höre sich z.B. „Live over Europe“ von GENESIS an). Der Rest ist solide, die Songauswahl wenig überraschend: „Sympathy for the devil“, „Brown Sugar“, „Satisfaction“ und das von der Telekom getötete „Paint it black“ sind alle auf der zweiten CD zu finden.

Als Fazit muss man natürlich zu dem Ergebnis kommen, dass es sich bei diesem Produkt um ein weiteres Cash-In zur Rentenaufbesserung handelt und keinerlei neue Facetten der Rollenden Steine aufzeigt. Für Neueinsteiger uninteressant, da gibt es bessere Compilations. Daher nur für Fans und Komplettisten only (aber davon gibt es ja eine Menge).

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