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THE RORSCHACH GARDEN - Transfer

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Artist THE RORSCHACH GARDEN
Title Transfer
Homepage THE RORSCHACH GARDEN
Label KALEIDOSKOP/ BAZOOKA JOE
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

„As you can hear we love the sound of analogue synthesizers, but even some people say that we’re doing retro stuff, this is not really true. Our music sticks definitely to the present time but we try to avoid those dancefloor cliches”

THE RORSCHACH GARDEN, die guten alten Minimalisten aus Ostwestfalen, trotzen weiterhin allen Trends (oder setzen sie?) und veröffentlichen in regelmäßigen Abständen ganz wunderbare Alben vollgepackt mit analogen Synthperlen. „Transfer“ ist bereits das vierte Werk für Bazooka Joe – wo die Substanz bei vielen Kollegen mit einem Output von 1.5 Langspielern bereits ihr Ende erreicht, variieren Philipp, Babsi und Natascha ihren Stil immer wieder ein wenig, ohne die eigene Identität zu verlieren. „Transfer“ hat im weitesten Sinne mit Bewegung zu tun, mit Fortbewegungsmitteln aber auch mit der zwischenmenschlichen Interaktion. In der Theorie spricht man ja auch von der „Transferleistung“, es erfordert also einen gewissen Aufwand, verbal oder konkret von A nach B zu gelangen. Den Gärtnern, denen die Moderne per se ein wenig zu schnelllebig/ suspekt erscheint, dient diese Prämisse für weitere (melancholische) Gesellschaftsbeobachtungen, die Herr Münch gleichermaßen kühl wie einprägsam vorträgt. Seine Stimme ist nicht perfekt, seine englische Aussprache weit davon entfernt, authentisch zu sein. Aber er wirkt jederzeit glaubwürdig und unverwechselbar, was THE RORSCHACH GARDEN weit über die vielen Epigonen erhebt.

Was die einzelnen Kompositionen angeht, hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht sonderlich viel geändert. Auffällig allemal die gesteigerten Wave-Einflüsse (siehe etwa das verträumte „Play Games“), auch wirkt das Songwriting insgesamt etwas kompakter. Es fehlen die aus dem Stand mitsingbaren Hits, zu denen ich insbesondere „Modern“ (von der „Our Japanese Friends“) zähle. Am ehesten erfüllen der Opener „Move Myself“ oder „Doing Business“ diesen Zweck. Dafür werden die allermeisten Stücke auch nach wiederholtem Durchlauf nicht langweilig, gerade die kleinen Details, gegen den Strich gebürstet, sorgen für Unterhaltung. Hier mal eine Prise Moderne, da mal klassische Deutsche Elektro Schule, dort ein „funky“ Discofeeling. Perlende Melodik und kühle Ästhetik reichen sich insbesondere bei den Refrains die Hände, die scheinbar so einfache Rhythmussektion wirkt auf den zweiten Blick doch wesentlich ausgeklügelter. Hier und da hätte man vielleicht mal einen flotteren Titel entwerfen können, auch geht der Scheibe im letzten Drittel etwas die Puste aus (ausgenommen der Schlusstrack vom Hamburger Axel Kaufmann/ INSANCITY), doch im Wesentlichen gilt weiterhin: THE RORSCHACH GARDEN sind in ihrem Metier hierzulande das Maß der Dinge!

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