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THE SCANTHARIES - s/t

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Artist THE SCANTHARIES
Title s/t
Homepage THE SCANTHARIES
Label MEMPHIS INDUSTRIES
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

Wenn man aktuell irgendwas von oder aus Griechenland hört, hat dies eigentlich immer mit Kohle zu tun. Die fehlt rund ums Mittelmeer ja bekanntermaßen allenthalben, aber das soll hier nicht unser Thema sein. Auch in Griechenland wird Musik gemacht und hat dann nicht nur mit Sirtaki zu tun, der im Übrigen gar kein „echter“ Volkstanz ist, sondern 1964 für den Film „Alexis Sorbas“ choreographiert wurde, um dem wenig tanzbegabten Anthony Quinn die Schrittfolge zu erleichtern.

So viel zum Thema Tanz in Filmen und zurück zu THE SCANTHARIES, hinter denen sich der anglo-griechische Musiker und Produzent Andy Dragazis verbirgt. Der war irgendwann mal mit seinem Onkel Zigaretten holen und hörte bei dieser Gelegenheit griechischen Garage Rock der Sechziger und Siebziger, was ihn zu der Idee von THE SCANTHARIES inspirierte. Dragazis’ Idee folgend hat sich nämlich diese fiktive Kapelle gegründet, nachdem die BEATLES die griechische Insel Dreams Island besucht hatten und aus deren gitarrenlastigem instrumentalem Garage Rock wurde eine Musik, die sich zur dramatischen religiösen Besessenheit steigert, um sich dann in Verbitterung, Überdosen und Dunkelheit komplett aufzulösen.

Für einen solchen Rundumschlag braucht Mastermind Andy keine 27 Minuten, in denen er stolze elf Songs unterbringt. Der Opener „It’s The Scantharies“ ist im Grunde nichts anderes als eine kurze musikalische Begrüßung, auf die mit „The Start“ und „I’ve Got The Green Light And I’m Ready To Go“ zwei vor Fender Fuzzbox strotzende Nummern folgen, die auch von den frühen VENTURES stammen könnten. Derweil machen „The Bear“ und „What The Gods Want, The Gods Get“ elektronischen Blüten a la JOE MEEK alle Ehre. Mit „Feat of Flames” und „Advance! Forward!” wird der Ton langsam dunkler, bevor mit „Hip Messiah“ eine intensive Orgel-Prozession auf dem Plan steht, ehe „The Cross“ einen Schlusspunkt setzt, der stark vom Rembetiko-Stil des griechischen Komponisten Stavros Xarhakos beeinflusst ist.

Die Aufnahmen zu diesem etwas speziellen Werk fanden in London und Griechenland statt. Dragazis stellte zudem eine Gruppe junger griechischer Musiker zusammen, um die Songs der SCANTHARIES (übrigens ein griechisches Wortspiel für „Käfer“) live zu spielen. Somit ist die Show ein Fall von Kunst, die Kunst imitiert. Betrachten wir das Ganze entsprechend als Gesamtkunstwerk.

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