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THE SEER - Heading For The Sun

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Artist THE SEER
Title Heading For The Sun
Homepage THE SEER
Label F.A.M.E.
Leserbewertung
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Obwohl es THE SEER aus Augsburg bereits seit 20 Jahren gibt und die fünfköpfige Kapelle bereits für solche Hochkaräter wie die HOOTERS, JOE COCKER, THE WHO oder die SCORPIONS eröffnet haben, sind mir die Schwaben erst jetzt mit ihrem immerhin sechsten Studioalbum über den Weg gelaufen.

Erstaunlich eigentlich, dass sich der Fünfer mit seiner durchaus radiotauglichen Mucke, die irgendwo zwischen U2 und BIG COUNTRY (auf einen LP-Titel der letztgenannten Combo geht auch der Bandname zurück) beheimatet ist, nicht mehr Erfolg verbuchen konnte. Denn der hymnische Rock mit dezenten Folk-Elementen geht durchweg ins Ohr, ohne bereits beim zweiten Hören langweilig geworden zu sein. So startet „Heading For The Sun“ mit „What We Are“ auch gleich im Feuerzeug-Schwenk-Modus, bevor mit dem treibenden „Where Do We Go“ dank geschicktem Einsatz von Mandoline und Bouzouki (seit 1993 in der Zuständigkeit von Multiinstrumentalist Jo Corda) Folk-Feeling aufkommt, das in Kombination mit der Rockfraktion auch FURY-IN-THE-SLAUGHTERHOUSE-Fans gefallen dürfte. Diese Klientel sollte ruhig auch dem geigengeschwängertem „Fallen Leaves“ Gehör schenken, während „Wishful Thinking“ deutlich Richtung BIG COUNTRY-Rock unterwegs ist. Absolut solider Rock, allerdings sollte man bei THE SEER nicht nach räudigem Rock’N’Roll suchen; die gestandenen Herren haben sich für eine etwas zahmere Variante entschieden, die sie jedoch perfekt umsetzen. Als Beispiele seien hier das gefühlvolle „Raining“ und das opulente „Eyes Gone Blind“ genannt. Mitsamt Mandoline präsentiert sich das ruhige „Setting Sails“ irisch angehaucht – zweifellos eine der schönsten Nummern der Langrille, bevor „The Enemy“ den elektrischen Langäxten wieder mehr Platz einräumt und „The Borderline“ auf knackige Rhythmen setzt. Überhaupt steht es THE SEER gut, wenn sie etwas mehr Druck machen, wie „Wasted“ beweist, ehe „Dive Into The Blue Sky“ erneut zum Kuscheln einlädt. Beim finalen „Rain Down On Me“ macht das Quintett zum guten Schluss noch einen kleinen Betriebsausflug auf die Grüne Insel, für den sie die Wanderklampfe, Flöten und ein Schifferklavier eingepackt haben und zum Lagerfeuer in der irischen Einöde ein beseeltes Liedchen mit reichlich Emotionen trällern.

„Heading For The Sun“ ist sicherlich keine innovative Entdeckung eines ganz neuen Sounds, aber definitiv gut gemachter Pop-Rock mit viel Herz. THE SEER haben einfach das nötige Gespür für catchy Refrains und hymnische Songstrukturen, mit denen sie bestens zu unterhalten wissen.

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