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THE SHANES - Squandering Youth

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Artist THE SHANES
Title Squandering Youth
Homepage THE SHANES
Label SUMO REX
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

THE SHANES aus Trier gibt es inzwischen seit 18 Jahren, allerdings ist von der Urbesetzung nur noch Kornelius Flowers übrig, der neben Vocals und Gitarre auf „Squandering Youth“ auch für Banjo und Harfe verantwortlich zeichnet. Wesentliche Bestandteile des THE-SHANES-Sound sind außerdem Geige und Akkordeon – typische Zutaten des Folkpunks, der sich bei den SHANES „Hardpolka“ nennt und sich bei nahezu allen traditionellen Folkstilen rund um den Globus bedient.

Der Opener „Going Where The Action Is“ startet entsprechend mit flotter Party-Polka, während das folgende „Alone On My Own Device“ deutliche Americana-Anleihen mitbringt. Ähnlich, jedoch ungleich düsterer gefällt „Weight On My Shoulders“ mit Empfehlungen an 16 HORSEPOWER, wohingegen „Unfortunate One“ zunächst besonders Kornelius raue Stimme in den Vordergrund stellt, bevor schließlich ein wahres Speedfolk-Inferno ausbricht. Ähnlich dynamisch geht es auch bei „Long Journey“ zur Sache. Ganz so, als hätten sich NEW MODEL ARMY mit FLOGGING MOLLY zusammengetan, während sich Darker Country mit viel irischer Seele hinter der Midtempo-Nummer „The Future“ verbirgt. Orchestraler Bombast begleitet derweil das impulsive „Black Heart White Beat“, dann grüßt beim rasend schnellen „Hell On Earth“ und „Baby, I“ der Balkan. „Lousy Bastards“ ruft gar Assoziationen an DJANGO REINHARDTs Zigeunerjazz hervor, um dann wieder auf die grüne Insel zurückzukehren, wo „Bring Me The Head of Zoltan Narray“ frischen Irish Folk zum Besten gibt und „Hey There, Can You Help Me?“ als herzzerreißende Streicherballade das melancholische irische Gemüt liebkost. Neben diesen zwölf Eigenkompositionen haben THE SHANE auch noch zwei Cover-Versionen auf Lager. Den Anfang macht GG ALLINs Scumrock-Klassiker „Bite It You Scum“, der als Countrypunk-Nummer mit wahnsinniger Speedfiddle und Hilbilly-Banjo interpretiert wird. Des Weiteren hat sich die Truppe, die mit „Squandering Youth“ ihre achte VÖ rausbringt, eines TURBONEGRO-Songs angenommen. „Sailor Man“ macht nicht länger auf Schweinerock-Geprügel, sondern bringt mit Akkordeon und fetter E-Gitarre als Midtempo-Folkrock-Hymne geradezu Radiotauglichkeit mit.

Um an dieser Platte Spaß zu haben, muss man nicht erst etliche Guinness, Kilkenny und Whiskey aufhaben. Jeder der 14 Tracks ist absolut hörenswert, wobei jeder Song seinen ganz eigenen Stil mitbringt, wodurch die Langrille wunderbar abwechslungsreich ausfällt. „Squandering Youth“ setzt mit entspannten Melodien und geschmeidigen Harmonien ebenso Highlights wie mit atmosphärischer Dichte und treibenden Sounds. Die vielseitige Instrumentierung mit Geige, Akkordeon, Banjo, Mandoline, Gitarren, Drums und Bass tut ihr Übriges, um facettenreich einen Ohrwurm nach dem anderen durch die Boxen zu jagen.

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