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THE SOFT MOON - Deeper

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Artist THE SOFT MOON
Title Deeper
Homepage THE SOFT MOON
Label CAPTURED TRACKS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Eigentlich wollte Luis Vasquez aus Oakland mit seinem Ein-Mann-Projekt THE SOFT MOON nie ein großes Publikum erreichen. Wenn man allerdings wie im letzten Jahr geschehen, mit DEPECHE MODE auf Tour geht, bleibt es gar nicht aus, auch bei dem einen oder anderen Konzertbesucher im Hinterkopf zu bleiben – selbst wenn es Supportbands häufig nicht eben leicht haben. Wie auch immer, seit 2010 macht Luis also in erster Linie für sich selbst Musik und wenn es ihm geholfen hat, mit „Deeper“ seine Selbstmordgedanken und seine Verletzlichkeit zu fokussieren und zu reflektieren, dann ist dieser musikalische Heilungsprozess gleich für zwei Dinge gut: für Vasquez’ geistige Gesundheit und für die Fans unterkühlter Post-Punk-Synthie-Sounds.

Nach den einführenden synthetischen Tonfolgen des Openers „Inward“ (von einem eigenständigen Lied kann man hier eigentlich nicht sprechen), geht es mit dem industriellen „Black“ gleich in die Vollen. Die erste Single-Auskopplung gefiel im Übrigen dem Kollegen TRENTEMØLLER so gut, dass der bereits einen Dancefloor-Remix kreiert hat. Das blitzschnell-eindringliche „Far“ hat ebenfalls das Zeug zum Tanzflächen-Füller, wenngleich weniger in einer Mainstream-Disse, sondern eher in einem düsteren Tanzschuppen. Die DEPECHE-MODE-Anhängerschaft wird derweil ihre Freude am dunkel-melancholischen „Wasting“ haben, während „Wrong“ erneut tief in die elektronische Trickkiste greift und „Try“ ebenso wie „Desertion“ abermals zum Cold-Wave-Tänzchen bittet. Anders das schwermütige „Without“, das sich mit bleiernen Klavierakkorden nach und nach in die Gehörgänge bohrt, um dort bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Dagegen wirkt das temporeiche „Feel“ geradezu federleicht, bevor der Titeltrack „Deeper“ mit knackigen Rhythmen und viel Perkussion besticht, ehe „Beeing“ auf der Zielgeraden noch einmal in geheimnisvolle Untiefen abtaucht.

Entstanden ist „Deeper“ übrigens in Venedig. Hier ist auch der Elektro-Pionier Giorgio Moroder zuhause, der zwar nicht an den Arbeiten zu dem Album beteiligt war, dessen spiritueller Geist jedoch wohl einfach über der Lagunenstadt liegt, die selbst den Ruf genießt, voller Mysterien und verborgener Rätsel zu stecken. Ganz so wie THE SOFT MOON und „Deeper“: dunkel, facettenreich und unbedingt eine (Hör-)Reise wert!

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