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THE STROKES - Comedown Machine

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Artist THE STROKES
Title Comedown Machine
Homepage THE STROKES
Label SONY MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.0/10 (4 Bewertungen)

Vor zehn Jahren waren die Kollegen aus Übersee ja noch das größte Ding seit Erfindung des Schnittbrots. Mit saftigem Garagenrock kann man schließlich nichts verkehrt machen. Die große Aufregung nahm dann mit jedem STROKES-Album, das auf die fulminante „Is This It“ folgte, ein bisschen mehr ab. Und „Comedown Machine“? Aufregung ist hier jedenfalls auch Fehlanzeige. Ebenso wie gute Songs. Oder überzeugende Arrangements.

Stattdessen vertrödeln die STROKES den größten Teil der 37 Minuten Spielzeit mit uninspiriertem Herumgedudel. Das fängt schon mit dem Opener „Tap Out“ an, der sich auf Funk-Bass und Falsettgesang konzentriert und die bratzige Gitarre nur mal kurz für ein stolperndes Solo von der Leine lässt. „All The Time“ geht dann zwar schon besser los und rockt richtig nett, bis dann der 08/15-Refrain mit seiner einfallslosen Melodie den guten Eindruck gleich wieder ruiniert. Und so ist es leider viel zu oft auf der „Comedown Machine“ – entweder mangelt es an Ideen, oder aber die eigentlich richtig netten Einfälle gehen im Mix unter, wie beispielsweise das Gitarrensolo von „One Way Trigger“, das schon allein von der Lautstärke her keine Chance gegen das Synthipiepsen im Hintergrund hat. Schön gelungen ist allenfalls die Ballade „Chances“, weil da eine packende, durchdachte Melodie über dem sanft blubbernden Synthesizer liegt und tatsächlich zu verzaubern versteht; außerdem kommt Julian Casablancas mal ein bisschen auf Touren und klingt nicht mehr ganz so, als würde ihm das Album komplett am Dings vorbeigehen. Und der Rocker „5050“ kracht ganz ordentlich und lässt zumindest in diesem mittelmäßigen Umfeld endlich mal aufhorchen. Andere Songs wiederum, wie das softe und wieder leicht funkige „Slow Animals“ oder das unsäglich schlappe „Call It Fate, Call It Karma“ mit seinem Jammergesang, sind einfach nur ärgerlich in ihrer Beliebigkeit. Da kann man sich auch gleich eine COLDPLAY-Platte auflegen; auf der wären wenigstens bessere Melodien drauf.

Das wirklich Ärgerliche an diesem Album ist aber, dass zwischendurch immer mal wieder das wahre Potenzial der STROKES aufblitzt – kleine, ruppige Gitarrenriffs, bestechende Synthi-Loops und Anflüge von der alten Trotzig- und Rotzigkeit in Casablancas’ Gesang – und damit immer wieder Versprechen gibt, die leider nie eingelöst werden. Und wenn man sich auf diese Platte so gefreut hat wie ich, dann wünscht man sich, irgendjemand hätte der Truppe im Studio mal richtig in den Hintern getreten und sie dazu gebracht, statt des gebremsten Schaums endlich mal wieder schön entfesselt loszulegen. Das hätte zwar an der existenziellen Schwäche, den blassen Songs, auch nichts geändert, aber wenigstens den Eindruck vermittelt, die Jungs hätten bei der Aufnahme Spaß gehabt.

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