Band Filter

THE TANGENT - A Place in the Queue

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE TANGENT
Title A Place in the Queue
Homepage THE TANGENT
Label INSIDE OUT MUSIC
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Auch im Ultra-Progrock-Bereich scheint es einen derben Überfluss an Kreativität und Zeit zu geben. Gerade die FLOWER KINGS-Musikanten hauen momentan ein Album nach dem Anderen heraus, mit ihren unzähligen Projekten und Beteiligungen. Verwunderlicherweise handelt es sich jedes Mal um musikalische Wundertüten, welche allerdings vollkommen abseits von MTViva und einschlägigen Discos stattfinden.

So beginnt denn das dritte Album von THE TANGENT mal gleich mit dem 20-Minüter „In Earnest“! Der Titeltrack zum Abschluss bringt es gar auf über 25 Minuten, es sollte also jedem klar sein, dass er es hier keinesfalls mit neumodernen Sounds zu tun hat. 70er Progrock allerhöchster Güteklasse bietet die Schweden/ England-Kombination auf exakt 79 Minuten, Namen wie YES oder GENESIS fallen zwangsläufig, und deren Einflüsse will Bandkopf Andy Tillson auch gar nicht verleugnen. Aber der Sound ist durch die involvierten Musiker natürlich wesentlich vielschichtiger. Mehrere Sänger und zusätzlich eingebundene Instrumente wie Orgel, Saxophon, Mandoline, Flöte oder Klarinette sorgen für ein Höchstmass an Abwechslung und fordern dem Hörer einiges an Konzentration ab, um alle Facetten zu erhaschen. Mit Bassist Jonas Reingold ist nur noch einer von drei FLOWER KINGS-Musikern übrig geblieben. FK-Gitarrist Roine Stolt meinte sich in zu viele Projekte zu verzetteln (Ach!), dafür brachte Jonas den Gitarristen Krister Jonsson von seiner Band KARMAKANIC mit. Und am Schlagzeug sitzt nun ex-FK-Trommler Jaime Salazar. Dem zeitgenössisch-klassischen Einstieg in den Opener „In Earnest“ folgt ein an frühe DEEP PURPLE erinnernder Part, dem ein verspielter Keyboard-Teil folgt. Hier werden die obskursten Sounds aus den einzelnen Instrumenten hervorgezaubert, wem DREAM THEATER schon zu verspielt und proggig zu Werke gehen, der wird hier bereits nach einem Viertel des Songs Knoten in den Ohren haben! Nichts für Liebhaber straighter Sachen. Flotter zu geht es dagegen bei Teilen von „Follow your Leaders“ (welches es aber auch auf neuneinhalb Minuten bringt) und dem darauffolgenden „The Sun in my Eyes“, welches man ob des coolen 70er-Discofeaver-Hit-Potenzials und einer Spielzeit von unter 4 Minuten schon fast als Single auskoppeln könnte. Der Titeltrack „A Place in the Queue“ proggt den geneigten Hörer dann noch mal fulminant ins Nirvana.

Wem das noch nicht reicht, der sollte sich schleunigst die Digipack-Edition zulegen. Dort gibt es noch eine zweite CD mit 6 weiteren Tracks aus den „Queue“-Sessions, die nur nicht in das Konzept des Albums passten! Mehr geht nicht…

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

THE TANGENT - Weitere Rezensionen

Mehr zu THE TANGENT