Band Filter

THE TEMPER TRAP - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THE TEMPER TRAP
Title s/t
Homepage THE TEMPER TRAP
Label INFECTIOUS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
4.2/10 (14 Bewertungen)

Im Grunde hätten sich die australischen THE TEMPER TRAP 2009 ihren Umzug nach Great Britain auch fast sparen können. Kaum von Melbourne nach London umgesiedelt, wurde nämlich der Tourbus das neue Zuhause von Dougy Mangady (Vocals & Gitarre), Lorenzo Sillitto (Gitarre), Jonny Aherne (Bass) und Tony Dunbas (Drums). Im Gepäck hatten sie seinerzeit Ideen für ihr Debüt „Conditions“, das sie gemeinsam mit dem britischen Produzenten Jim Abbiss (ARCTIC MONKEYS) in die Tat umsetzten. Hierzulande ist vom Erstling insbesondere der Song „Sweet Dispostion“ bekannt, denn Peugeot und Deichmann nutzten die Nummer für ihre Werbekampagnen. Nach fast zwei Jahren auf Tour, waren die Herrschaften wieder im Studio und herausgekommen sind zwölf Songs, die sich auf dem zweiten, schlicht nach der Band benannten Longplayer wiederfinden, die damit down under bereits die Chartspitze stürmen konnten.

Eröffnet wird der Reigen mit der stampfenden Singleauskopplung „Need Your Love“, ehe das vertrackte und mit Nachrichtenschnipseln unterlegte „London’s Burning“ von den Ausschreitungen auf den Straßen der neuen Londoner Heimat berichtet. „Trembling Hands“ offeriert derweil gefühlvolle Breitwandsounds und auch „The Sea Is Calling“ setzt auch große Emotionen und leise Töne, während „Miracle“ mit verhuschten Beats und sparsamen Soundscapes auskommt. „This Isn’t Happiness“ und auch „Never Again“ bringen verstärkt das neue fünfte Bandmitglied an den Keys in den Fokus: Joseph Greer. Zunächst nur als Tour-Tastenmann dabei, gehört er inzwischen fest zur Kapelle und beeinflusst durchaus auch den TEMPER-TRAP-Stil, der beim verspielten „Where Do We Go From Here“ nicht nur sehr eingängig, sondern auch very british rüberkommt. Eines meiner Highlights auf dieser Platte ist „Dreams“, das wunderbar unterkühlt und doch wahrlich herzergreifend geraten und zudem eine der sehr griffigen Hookline gesegnet ist. Okay, auf schmachtenden Pathos erster Güte verstehen sich die Exil-Aussies zweifellos, nur hätte der in Indonesien geborene und in Australien aufgewachsene Mangady vielleicht seinen sonst recht gefälligen Bariton bei „Rabbit Hole“ bitte nicht ganz so hoch schrauben sollen. Ansonsten ein feines Liedchen und auch „I’m Gonna Wait“ versteht sich darauf, mit dezenter Schwermut des Hörers Innerstes zu berühren. Beim finalen „Leaving The Heartbreak Hotel“ zeigt Dougy noch einmal, was seine Stimme zu leisten vermag, während die Instrumentalfraktion einen coolen Dubstep-Groove produziert und schon ist der Ausflug in schmachtende Pop-Gefilde wieder Geschichte.

Hier und da haben THE TEMPER TRAP vielleicht einen Hauch zu viel Pathos aufgelegt, wodurch ihr Zweitwerk an der einen oder anderen Stelle ein bisschen zu bemüht klingt. Live scheinen die Jungs lockerer zu sein, denn das, was ich beim diesjährigen Hurricane hören konnte, klang sehr überzeugend und stimmig. Also lassen wir dem Quintett die Chance, sich endgültig zu finden und sind mit dem aktuellen Werk nicht zu streng.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

THE TEMPER TRAP - Weitere Rezensionen

Mehr zu THE TEMPER TRAP