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THE TRACEELORDS - The Ali of Rock

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Artist THE TRACEELORDS
Title The Ali of Rock
Homepage THE TRACEELORDS
Label AFM RECORDS
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Was das Ruhrgebiet doch alles zu bieten hat. Nicht nur NENA kommt aus Hagen – nein, auch die vier Herren von THE TRACEELORDS sind dort zuhause. Benannt nach der US-amerikanischen Pornodarstellerin Traci Lords haben sich 1999 der Ex-Sodom-Gitarrist Andy Brings (außerdem für den Gesang zuständig) und Haan Hartmann (Drums) zusammengetan. Nach ersten musikalischen Gehversuchen stieß im darauffolgenden Jahr der Bassist Slick Prolidol dazu, mit Christof Leim an der zweiten Gitarre wurde das Quartett 2004 vervollständigt. Interessanterweise hatte Kollege Leim für die zweite Platte „Refuse To Kiss Ass“ den Pressetext geschrieben und war von THE TRACEELORDS wohl so begeistert, dass er gleich mit eingestiegen ist.

Der Glam Punk Rock, den die vier sich auf die Fahnen geschrieben haben, ist aber auch wirklich geeignet, ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, das sich auch schon mal zu einem breiten Grinsen auswachsen kann. Die Musik ist einfach eine unglaublich bunte Mischung, die an KISS, THE SWEET und in Maßen auch an die ehrwürdigen RAMONES erinnert. Während der erste Track „My Evil Girlfriend“ (zu dem es erstmals auch einen Videoclip geben wird) anfangs noch als seriöser Metal daherkommt, bricht schon bald der Spaßfaktor durch – das Ganze bekommt ein bisschen Glamour und lässt die Beine schon bald nicht mehr still stehen. „Instead“ legt noch straighter los und Drums und Bass liefern sich ein Duell, als ritten zwei Gäule gegeneinander. Doch dann die erste Überraschung: Chris Norman als Gastsänger? Andy Hartmann trifft wirklich haargenau das Timbre des Ex-SMOKIE-Vocalisten. Die Zossen aus dem Song vorher haben sich inzwischen ausgetobt und traben auf „Room For Improvement“ friedlich nebeneinander her. Für „Silver Lining“ leiht Bassist Slick der Band seine Stimme, die ein Stück dreckiger daherkommt und wunderbar mit den übrigen Instrumenten zu dem besagten bunten Strauß Melodien wird, die diese Platte ausmachen. THE TRACEELORDS verbinden einfach die verschiedensten Genreeinschläge, beginnend mit 70er Punk, über 80er Glam-Rock, 90er Poser-Mucke und einer Prise nicht zu heftigen frischen Metals. Allerdings würde man in einer Metal-Band wohl eher kein Akkordeon vermuten, wie es – gemeinsam mit einem schrägen Hintergrundchor – auf „Mr. Marple“ zum Einsatz kommt. Der Song bringt alle Qualitäten eines Saufliedes mit… Bald findet man aber schon zu heftigen Gitarrenriffs und wüstem Geshoute zurück, wie es sich für eine richtige Heavy-Kapelle gehört. Man merkt, dass der Basser für „Watch Me Run“ wieder das Mikro in die Hand genommen hat. Doch es geht auch noch anders. „Sunflowers“ bringen noch mal richtig Sonne ins Set, dazu tragen sicherlich auch die Pianospielereien und die beschwingten Vocals bei, insgesamt sicher der poppigste Stück auf „The Ali Of Rock“. Im Weiteren werden die Gitarren wieder mehr bemüht, aber auch eine Ballade darf natürlich nicht fehlen und wird mit „Lost“ auch geliefert. Und siehe da: Auch Andys Stimme besitzt eine whisky-geschwängerte Facette. Die Instrumente halten sich vornehm zurück, ein bisschen Drums für den Takt und ein akustische Gitarre müssen auch mal reichen. Sollte jemand bei dieser ruhigen Darbietung eingeschlummert sein, wird „Some People Are More…“ ihn aber umgehend wieder aufwecken. Hier gibt es aber noch einmal so richtig was auf die 12 und das Kleeblatt bietet alles auf, was des Headbangers Herz verlangt. Zum Abschluss gibt es noch mal was Ungewöhnliches: THE TRACEELORDS verabschieden ihre Zuhörer mit einem a capella vorgetragenen Kanon, der dann allerdings wirklich ein bisschen krank ist.

Hat aber bestimmt seine Berechtigung und Geschichte und macht den dritten Silberling der Jungs aus dem Pott auch nicht schlechter. Mir hat „The Ali of Rock“ Spaß gemacht und was will man mehr? Vielleicht THE TRACEELORDS auch mal live erleben. Als Support von WHITESNAKE; ALICE COOPER oder J.B.O. hat der ein oder andere sie vielleicht schon gesehen und gehört, jetzt dürfen sie aber selbst der Hauptact sein und kommen vielleicht auch in deine Stadt.

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