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THE VALS - Wildflower Way

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Artist THE VALS
Title Wildflower Way
Homepage THE VALS
Label UNIQUE/ GROOVE ATTACK
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Niedlich, niedlicher, THE VALS: Hier kommt eine stimmungsvolle Tour de Force durch die britische Blümchenpop-Geschichte, auf der sich die Band allerdings nicht ganz zwischen Hommage und Eigenständigkeit entscheiden kann. Die Eckpfeiler bilden die späten KINKS, THE SMALL FACES und natürlich immer wieder die BEATLES.

PAUL DOHERTY erschafft sich hier seine ganz eigene Miniaturversion der sechziger Jahre. Komplett in seinem Heimstudio in Belfast aufgenommen und produziert, ist „Wildflower Way“ schon fast das Liebhaberprojekt eines einzelnen Retroverrückten. Die Besetzung der VALS hat in wenigen Jahren bereits mehrfach gewechselt, sodass man dazu auch noch von DOHERTY als einziges konstantes Bandmitglied sprechen kann. Der Niedlichkeitsfaktor ist in diesem musikalischen One-Man-Wonderland extrem hoch: Jede einzelne Sixties-Pop-Perle ist harmonisch arrangiert und melodisch sanft eingespielt. Dabei grast DOHERTY sämtliche Klischees des britischen Gitarrenpops der späten sechziger und frühen siebziger Jahre ab. Die Einflussgeber des Albums sind dementsprechend auch für den Nichtkenner ganz schnell als BEATLES, BYRDS und späte KINKS auszumachen. Diesen Ideengebern folgt die Band dann auch ganz konsequent, ohne viel Neues einzubauen. Entsprechend wirken die Songs auf „Wildflower Way“ auch wie Repliken anderer Songs. Selbst für einen psychedelischen Exkurs nach Indien nimmt sich der Meister Zeit und vergisst dabei auch nicht Tablas und Sitars einzubauen. Auch das hört man in diesem Kontext nicht das erste Mal. Hier wird nach Herzenslust mit bekannten und immer wieder bewährten Motiven gespielt, ohne dass man es den VALS wirklich übelnehmen kann. Dafür spürt man in jeder Sekunde, wie viel Liebe in diese Produktion gesteckt wurde.

Insgesamt ist „Wildflower Way“ jedoch zu zahm und zu wenig originell geraten, als dass hier ein bleibender Eindruck entstehen könnte. In ihrem dauersüßen Popappeal kommen die VALS zudem dem schwedischen One-Hit Wonder HARPO und seinem „Moviestar“ mehr als einmal gefährlich nahe. Und das kann doch niemand wirklich wollen. Alles also schon einmal in anderer Reihenfolge dagewesen. Spaß macht es trotzdem, wenn auch vor allem Liebhaber oben genannter Bands, die sich nach neuem Material sehnen.

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