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THE VEILS - Time Stays, We Go

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Artist THE VEILS
Title Time Stays, We Go
Homepage THE VEILS
Label PITCH BEAST RECORDS/ROUGH TRADE
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

THE VEILS melden sich vier Jahre nach ihrem dritten Album „Sun Gangs“ mit ihrem jüngsten Streich „Time Stays, We Go“ zurück. Die Kapelle um Mastermind Finn Andrews gilt als eine der einflussreichsten Independent-Bands Neuseelands, was ein wenig irreführend ist, da Mr. Andrews bereits seit seinem 16. Lebensjahr in London lebt. Wie auch immer, denken wir global, schließlich wurde „Time Stays, We Go“ in den Seedy Underbelly Studios in Los Angeles aufgenommen und in den Metropolis Studios in London abgemischt, wo es von Bill Price (THE CLASH, THE JESUS & MARY CHAIN) seinen analogen Sound erhielt.

Einmal um die ganze Welt sozusagen – da heißt es keine Zeit verlieren und entsprechend treibend startet auch die Vorabsingle „Through The Deep, Dark Wood“, welche gleichzeitig auch die Langrille eröffnet und als Gratis-Download auf der Band-Homepage zu haben ist. Unterwegs sind Sänger und Multiinstrumentalist Finn sowie seine Mitstreiter Sophia Burn (Bass), Dan Raishbrook (Gitarre) und Drummer Raife Burchell im „Train With No Name“, der rhythmusbetont durch abwechslungsreiche Klanglandschaften rattert, ehe sich der geheimnisvolle NICK-CAVE-Gedächtnis-Track „Candy Apple Red“ für den nächsten Tarantino-Film empfiehlt. In Hollywood ist man im Übrigen bereits aus THE VEILS aufmerksam geworden: Kevin Costner platzierte „Vicious Traditions“ vom 2004er Debüt „The Runaway Found“ in seinem Streifen „Mr. Brooks – Der Mörder in Dir“ und auch in den Filmen „Il Divo“, „Dread“ sowie den US-Serien „Arrows“ und „Beverly Hills 90210“ sind Songs der VEILS zu hören. Wie der Titel „Dancing With The Tornado“ vermuten lässt, zieht das Tempo erneut an, wobei es weiterhin jaulende Slidegitarren und reichlich Gefühl auf die Mütze gibt. Streicher eröffnen derweil das leise „The Pearl“, das ebenso wie das scheppernde „Sign of Your Love“ umgehend unter die Haut geht. „Turn From The Rain“ schließt sich gut gelaunt mit beschwingten Melodien an, während „Birds“ sich von einer melancholisch-verträumten Seite präsentiert. Nach bisher sehr prägnanten Langäxten besticht „Another Night On Earth“ zunächst mit Klaviergeplänkel und einem dezenten Schlagwerk, bevor Bläser ins Midtempo-Geschehen eingreifen. Nach dem rasanten Start zeigen sich THE VEILS am Ende weniger in Eile und lassen es mit „Out From The Valley & Into The Stars“ zunächst ruhig angehen, um im großen Finale noch einmal in die emotionalen Vollen zu gehen.

Seltsam, dass manche Bands nie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hätten. Wir wollen hoffen, das THE VEILS dieses Schicksal nicht länger teilen müssen, denn „Time Stays, We Go“ hat jede Menge Aufmerksamkeit verdient. Hätten DAVID BOWIE und NICK CAVE einen gemeinsamen Sohn, so könnte der zweifellos klingen wie Finn Andrews (dessen Vater übrigens Barry Andrews ist, der wiederum Gründungsmitglied der legendären New-Wave-Pioniere XTC war). Die zahlreichen Besetzungswechsel bei THE VEIL scheinen der Musik nicht geschadet zu haben, denn es gibt wahrlich mitreißenden Indie/Alternative mit viel Tiefgang auf die Ohren. Dass den Konzerten eine enorme emotionale Intensität inne ist und sie von einer oft beängstigen Bühnenpräsenz des Sängers getragen werden, will ich nach dem Genuss der Konservenkost auf jeden Fall gern glauben.

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