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THE WAY OF PURITY - Crosscore

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Artist THE WAY OF PURITY
Title Crosscore
Homepage THE WAY OF PURITY
Label WORM HOLE DEATH
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

„The Way Of Purity“ ist ein von Christen initiierter Kurs, der dabei helfen soll, sich von sexueller Unreinheit loszusagen und damit auch eine neue Beziehung zu Gott aufbauen zu können. Ebenso religiös motiviert sind die vier Männer und zwei Frauen von THE WAY OF PURITY, doch ihre Interpretation des Weges der Reinheit führt in eine gänzlich andere Richtung. Sie posieren ausschließlich mit Tarnkleidung und Sturmmasken, halten die Natur und Tiere für die wahren Gewinner der Schöpfung und ernennen sich zur rechten Hand Gottes, die den bösen Menschen endlich mal zeigt, wo der religiöse Hammer denn eigentlich hängt. Um diese ohnehin schon endlos verwirrende Anschauung noch zu bekräftigen, haben die sechs Straight-Edger zusammen mit Regisseurin Susi Medusa Gottard den 30-minütigen, komplett zusammenhangslosen Kurzfilm „A Passage Through The Purity Of Pain“ gedreht, bei dem sie natürlich als Hauptakteure die Band selbst darstellen.

Die Handlung sieht folgendermaßen aus: die vier Männer treffen sich im Wald, kreuzen ihre Gitarren und entscheiden spontan, dass Blutsbrüderschaft ja was ganz Tolles ist. Später kehren sie in einer kleinen Hütte ein und finden dort Tonbänder, auf denen sie komische Schreie vernehmen. Diese Schreie stammen von einer meist nackt umhertanzenden und mit Kreuzen übersäten, religiös verstörten Frau, die immer mal wieder auftaucht. An dieser Stelle schlägt der Film die entscheidende Brücke zum Album. Denn die Band ist von dem Gebrülle und Gebrunfte der jungen Dame so begeistert, dass die Tonbandgeräusche mal glatt Verwendung auf „Crosscore“ finden sollen. Für diese gutturale Stimmkollage zeichnet sich in Wirklichkeit Fronterin xBettyx verantwortlich, der Soundtrack besteht aus ausgewählten Songs von „Crosscore“ und stammt natürlich von der gesamten Kapelle. Unabhängig von dem ganzen Religions-Firlefanz gehört, offenbart sich das Album dann sogar als ganz ordentliche Black-/ Death-Scheibe – mit leicht verstörter Note allerdings. Es wird ordentlich im brettigen Core gewühlt, durch die Arbeit mit recht unkonventionellen Rhythmen und Strukturen übersteigen THE WAY OF PURITY aber klar diesen Bereich. Hinzu kommen reichlich viele fiese Blasts, die sich mit gewollt zerstörenden Death-Parts, dem bereits angemerkten Core-Geboller, somit auch Breakdowns und doomigen Kurzstrecken fast unvorhersehbar abwechseln. In Kombination mit minimalistischer Elektronik strapaziert das Up- und Midtempo-Wechselspiel daher nicht selten die Nerven, selbst das großteils cleane „The Rise Of Noah“ kühlt das Gemüt nur mit dem hübschen Klargesang von Keyboarderin xLost My Faithx. Dennoch sind krasse Zerstörer-Kompositionen wie das eröffnende „23rd Circle Breeds Pestilence“ oder „Burst“ auf einem vergleichsweise hohem Niveau, nicht zuletzt durch den Zugang zu den diversen Facetten moderner, extremer Metalmucke.

Extrem-Corer und Psycho-Metaller werden daher mit „Crosscore“ ordentlich versorgt. Den kleinen Film empfehle ich übrigens gleich mal mit. Selbst ohne Hang zu Religion und fragwürdigen Riten sorgt die Darstellung für eigenwillige Kurzweil… ich persönlich hatte mit dem banal-krankem Streifen und einer passablen Scheibe eine ganze Stunde Spaß an den herrlich unsympathischen, jeglichen Kontakt verweigernden THE WAY OF PURITY. Wiederholen werde ich das aber sicherlich nicht.

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