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THE WEAKERTHANS - Reunion Tour

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Artist THE WEAKERTHANS
Title Reunion Tour
Homepage THE WEAKERTHANS
Label BURNING HEART RECORDS
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Der Albumtitel dürfte für etwas Verwirrung sorgen, hatten sich die WEAKERTHANS doch nie getrennt, aber immerhin sind vier Jahre vergangen, seit die Vorgänger-Scheibe „Reconstruction Site“ erschienen ist. In Deutschland haben die Kanadier aus Winnipeg besonders durch ihre Touren mit TOMTE und TOCOTRONIC an Bekanntheit gewonnen.
Immerhin gibt es die Indie-Rocker mit den anspruchsvollen Texten jetzt auch schon seit zehn Jahren, da lassen vier Alben erst mal nicht übermäßige kreative Schaffenskraft vermuten. Allerdings darf man nicht die unermüdlichen Tourneen des Quartetts aus den Augen verlieren und letztlich zählt nicht Quantität sondern Qualität.

Und die liefern die WEAKERTHANS abermals. Die „Reunion Tour“ unterscheidet sich durchaus von ihren Vorgängern, der Sound ist weniger verspielt, kommt straighter rüber, hat jedoch nichts von seiner Intensität verloren. Dies beweist schon der gelungene Opener „Civil Twilight“, der gleich gute Laune verbreitet. Deutlich zurückhaltender präsentiert sich „Hymn For The Medical Odditiy“, bevor der Vierer mit „Relative Surplus Value“ richtig Gas gibt, besonders Jaison Tait hat an den Drums alle Hände voll zu tun. John K. Samson näselnder Gesang prägt „Tournament of Hearts“ ebenso wie die flotten Gitarrenriffs, bei denen er von Stephen Carroll unterstützt wird. Ganz anders „Virtute The Cat Explains Her Departure“, ein wunderschöner, ruhiger Song über den Spieltrieb einer Katze. „Elegy For Gump Worsley“ ist dem Anfang des Jahres überraschend verstorbenen kanadischen Eishockey-Nationaltorhüter gewidmet. Neben Johns Sprechgesang findet ein Banjo Verwendung – in seiner Einfachheit ein sehr eindringlicher Nachruf, dem mit „Sun In An Empty Room“ eine eingängige Rocknummer mit Chorgesängen folgt. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Spiel von Greg Smith bei „Night Windows“. Greg, der 2004 Gründungsmitglied John P. Sutton beerbt hat, veredelt mit seinen Bassläufen die verträumten Melodien des Tracks auf wunderbare Weise. Bei „Big Foot“ setzt das Kleeblatt neben der akustischen Gitarre, die nur vage angezupft wird, auf einen kurzen Bläsereinsatz und die Stimme ihres Fronters, der einst bei den Polit-Punks PROPAGANDHI als Bassist tätig war, dort aber ausgestiegen ist, weil ihm das Ganze zu sehr Richtung Spaßpunk abdriftete. Der Titelsong „Reunion Tour“ überrascht mit allerlei Instrumenten, die sich scheppernd-schleppend durch das Stück ziehen. Zu guter Letzt scheinen wir in der kanadischen Wildnis angekommen zu sein, jedenfalls klingen einige Geräusche so, als seien sie irgendwo in der Natur aufgenommen worden. Ein gelungener, emotionaler Abschluss.

Beim ersten Hören mag der ein oder andere Akkord für WEAKERTHANS-Verhältnisse ungewohnt erscheinen. Aber mit der Zeit liebt man die Platte ebenso wie ihre Vorgänger und stellt den CD-Player auf „Repeat“.

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