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THE WEEPIES - Sirens

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Artist THE WEEPIES
Title Sirens
Homepage THE WEEPIES
Label NETTWERK
Leserbewertung
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5.0/10 (2 Bewertungen)

THE WEEPIES gibt es bereits seit 2004 und gleich in der ersten Nacht, in der sich Deb Talan und Steve Tannen kennengelernt haben, schrieben die beiden die ersten Songs. Seit 2007 sind sie verheiratet und inzwischen Eltern von drei Kindern. Kurz vor Weihnachten 2013 wurde bei Deb weit fortgeschrittener Brustkrebs festgestellt, zu Sylvester begann die Chemo und glücklicherweise hat sie es geschafft, die Krankheit zu besiegen. Grund genug, ein fünftes Album zu machen, bei dem nicht nur die üblichen Session-Musiker, sondern auch ein Haufen illustrer Gäste mit von der Partie waren. „Sirens“ wurde bei den WEEPIES zuhause aufgenommen und  so kam es, dass beispielsweise Pete Thomas und Steve Nieve (ELVIS COSTELLO), Gerry Leonard (DAVID BOWIE), Rami Jaffee (FOO FIGHTERS), Tony Levin (PETER GABRIEL), Oliver Kraus (SIA) und Matt Chamberlain (PEARL JAM) wie auch die bewährten WEEPIES-Kameraden Frank Lenz, Eli Thomson, Jon Flaugher, Meg Toohey und Whynot Jansveld, plus eine Bläsergruppe aus New Orleans daheim in Iowa auf der Matte standen.

Der Longplayer enthält 14 eigene Lieder, sowie ein Cover von TOM PETTYs „Learning To Fly“ und eine Neuinterpretation von „Volunteer“ des irischen Liedermachers MARK GEARY. Den Anfang macht das zweistimmig vorgetragene „River From The Sky“, das mit gradliniger Poesie gefällt und vom geradezu prophetischen „No Trouble“ abgelöst wird. Die optimistische Nummer macht Mut – Debs Gesang wurde übrigens bereits während der ersten Wochen der Chemotherapie eingesungen. Der leise Titeltrack „Sirens“ spielt einerseits auf die Sirenen der Krankenwagen hin, die das Ehepaar vermutlich viel zu oft um Krankenhaus hören musste und anderseits auf die Meerjungfrauen, die mit ihrem betörenden Gesang die Seeleute ins Verderben rissen. „Sirens“ steht für ein Jahr voller Hoffen und Bangen. Da überlegt man sich vielleicht auch, ob man nach allem, was man durchgemacht hat, nicht vielleicht auch noch das Fliegen lernen kann. In jedem Fall ist die WEEPIES-Variante von „Learning To Fly“ ebenso gelungen wie das beschwingte „Never Let You Down“ oder das unaufgeregte „Wild Boy“. „Ever Said Goodbye“ schließt sich mit kleinen, aber feinen Melodien an und die „Fancy Things“ bewegen sich durchaus auch jenseits der Folk-Pfade. Mit dem treibenden „Early Morning Riser“ geht es rhythmusbetont und um knackiges Gebläse verstärkt weiter, ehe „Boys Who Want To Be Girls“ und „Crooked Smile“ erneut leise Töne anschlagen. Federleicht flattert das „Brand New Pair of Wings“ in die Gehörgänge und auch „Sunflower“ findet umgehend ins Ohr, bevor „Does Not Bear Repeating“ ein wenig mehr Druck macht und „My Little Love“ die Herzen öffnet. Bleibt noch das bereits angesprochene „Volunteer“, welches den Silberling mit zarten Klängen enden lässt.

In „Sirens“ stecken die gesammelten Emotionen einen schwierigen Jahres. Dennoch klingen die 16 Songs nicht, als hätte Deb und Steve jemals die Zuversicht verlassen. So ist „Sirens“ vermutlich die wichtigste Platte, die THE WEEPIES je gemacht haben und zweifellos auch eine der schönsten.

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