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THEA KLAR - Willkommen im Wartezimmer zu meiner Therapie (EP)

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Artist THEA KLAR
Title Willkommen im Wartezimmer zu meiner Therapie (EP)
Homepage THEA KLAR
Label UNSERALLEREINS
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‚Musik über das Glück und Unrecht dieser Welt, über die Sehnsucht nach Versöhnung, die Freude am Unperfekten und Gebrochenen, über die Wut über das vermeidbare Elend.‘ – so beschreibt THEA KLAR ihren Antritt. Die studierte Sozialpädagogin kommt vom Dorf, lebt inzwischen in Leipzig und veröffentlicht mit „Willkommen im Wartezimmer zu meiner Therapie“ ihre zweite EP. Die fünf Songs sind sowohl persönlich als auch gesellschaftskritisch. Kein Wunder, denn Thea arbeitet nicht nur in einer Erstaufnahmestelle für Geflüchtete mit Kindern und Jugendlichen, sie war auch etwa ein Jahr auf Lesbos und hat dort ehrenamtlich in einem Camp mitgewirkt. Sie war auch noch auf der Insel, als das hoffnungslos überfüllte Flüchtlingslager Moria in Flammen aufging. Diese extremen Erfahrungen finden sich natürlich auch ihren Liedern wieder, die ihr wiederum geholfen haben, das Erlebte zu verarbeiten.

So bleibt auch unklar, wen der Opener „Willkommen im Wartezimmer zu meiner Therapie“ zur Behandlung einlädt: die Künstlerin selbst oder ihre Hörer*innen. „Contagious“ schließt sich mit deutsch- und englischsprachigem Gesang an, während das beschwingte „Welt verstehen“ von der Hoffnung beseelt ist, dass wir und unser Planet doch noch nicht verloren sind. Dazu passt auch „Ca va aller“, was so viel heißt wie ‚es wird wieder gut‘ oder wie Thea singt: ‚Es wird schon gehen…‘. Am Ende heißt es „Es ist vorbei“, aber ist es das wirklich?

THEA KLARs „Willkommen im Wartezimmer zu meiner Therapie“ ist eine Hymne ans Weitermachen, an den Glauben, dass sich der Plot noch dreht, eine Verneigung vor den Menschen unserer Zeit, die sich auf die Straßen stellen und sich positionieren gegen Schwurbelei, Hass, Rassismus und Sexismus. Stilistisch ist ihre Musik irgendwo im Songwriter-Pop angesiedelt, ein sanftes Piano nimmt eine Menge Platz ein, genauso aber auch Postrock-Elemente wie verzerrte Gitarren und ein rockiger Drumsound, die auf glasklaren, manchmal mehrstimmigen (Sprech-)Gesang treffen. Die Texte sollen gleichzeitig aufwühlen und zugleich Trost spenden. THEA KLAR belehrt nicht, aber sie legt den Finger in die Wunde und verbindet so das große Ganze mit dem Einzelschicksal.

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