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THEATRE OF TRAGEDY - Last Curtain Call (2-CD)

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Artist THEATRE OF TRAGEDY
Title Last Curtain Call (2-CD)
Homepage THEATRE OF TRAGEDY
Label AFM RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Das ist nun also der Schwanengesang auf eine DER Gothic Doom Death-Vorreiterbands, die 1994 mit einem quasi bis dahin ungehörten Mix aus opereskem Elfen- und growligem Deathgesang mit gothischem Death Doom Metal auftauchten und zumindest mit ihren ersten beiden Werken „Theatre of Tragedy“(1995) und „Velvet Drakness they Fear“(1996) auch heute noch ganz oben rangieren im Genre. Die Norweger verstanden es meisterhaft, diese eigentlich gegensätzlichen Stile zu kombinieren und nicht umsonst läuft „Der Tanz der Schatten“ auch heute noch in sämtlichen Dissen rauf und runter. Ein Großteil zu diesem Erfolg dürfte Liv Kristine mit ihrem Gesang und ihrer Optik dazu beigetragen haben, nicht umsonst ist sie seit ihrem Ausstieg auch solo äußerst erfolgreich.

THEATRE OF TRAGEDY bauten dagegen kontinuierlich ab, wurden immer seichter und vom kompletten Genre überholt. Ob mangelnder Erfolg auch ein Grund gewesen ist, schon Anfang 2010 bekannt zu geben, dass die nächste Tour die Letzte sein und die Band beim letzten Heimat-Gig am 2.10.2010 in Stavanger aufgelöst würde, kann jetzt jeder für sich selber interpretieren. Bei jenem Event wurde nochmal mitgeschnitten und das Material liegt nun zur DVD/ CD-Auswertung vor. Die Audio-CD kommt als Doppeldecker, allerdings mit 2 Tracks weniger als die DVD. Eigentlich quatsch, denn den 94-minütigen Gig hätte man auch locker komplett auf die 2 Silberlinge bringen können. Der DVD liegt wiederum eine Bonus-Audio-CD bei, auf der die 10 besten Songs der Show drauf sind. Natürlich auch Humbug, man kann die DVD ja auch ohne Bild laufen lassen…

So bringt es die vorliegende 2-CD auf 82 Minuten. Die zeigen nochmals, dass die beste Zeit der Kapelle einfach schon lange vorbei ist. Das liegt weder an der Performance, noch an der wirklich guten „neuen“ (seit 2004) Sängerin Nell Sigland. Die eindringlichsten Songs sind halt jene aus der Frühphase Mitte der 90er, wogegen neuere Tracks einfach verblassen. Gegen „Bring Forth Ye Shadow“, „And when He Falleth“, „A Hamlet for a Slothful Vassal“ oder eben natürlich „Der Tanz der Schatten“ kommen zwar gute, aber auch simplerere, teils straightere Tracks wie „Venus“, „Storm“, „Image“ oder „Hide and Seek“ einfach nicht an. Nach Liv-Kristines Ausstieg veränderte sich der Bandsound zu sehr, man hat auch heute noch zu viel Elektronica an Bord.

Für Fans dennoch ein starker Abschluss der Bandgeschichte, und nicht alle neueren Songs sind für die Tonne. „Machine“, „Forever is the World“ oder auch die oben erwähnten laufen gut ins Ohr, haben nur halt mit dem ursprünglichen Sound der Band nicht viel gemein. Mal sehn, wann die Reunion kommt…

1 Kommentar

  1. Frank sagt:

    „vom kompletten Genre überholt“ – dass ich nicht lache. Leider hat das komplette Genre nie geschafft den genialen Sound der sich durch alle ToT-Songs zieht zu erreichen. Ich suche seit 20 Jahren nach auch nur ansatzweise gleichwertigem Ersatz.

    Stattdessen müssen Nightwish, Within Temptation, Epica und wie sie alle heißen ein komplettes Live-Orchester auf die Bühne holen um überhaupt interessant zu sein.

    Die neue Sängerin macht Ihre Sache mehr als gut und sieht dabei sogar noch besser aus als Liv Kristine (die ich auch sehr mag). Gerade nachdem man dieses Abschiedskonzert gehört hat, kann man wohl kaum den Weggang von Liv Kristine als großartige Verschlechterung einstufen. Mir gefallen selbst die alten Songs in der neuen Fassung teilweise besser, mindestens aber gleich gut. Mir ist absolut unverständlich wie man nach dem Hören dieses Albums auf die Idee kommen kann, dass die Sängerin den Reiz von ToT ausgemacht hat – gerade bei den alten Songs merkt man sofort wie gut austauschbar Liv Kristine ist/war und dass die einzigartige Stimme des Sängers und die Songs selbst, dass tatsächlich tragende Element sind.

    Was die schwächeren Alben angeht: Es gibt nur 1-2 schwächere Alben. Wirklich schlecht finde ich nur Assembly. Storm ist durchwachsen, hat aber Highlights. Nach dem zweiten Album wurde zwar der Stil leicht abgewandelt, trotzdem gehört Aegis ganz klar zu den besten Alben der Band und somit zu den besten Alben die je in diesem Genre erschienen sind. Musique war nochmal weiter vom Ursprung weg, hat aber trotzdem sehr gute Songs, die ich immer wieder höre und am Ende hat man mit Forever is the World auch wieder deutlich zu den Anfangszeiten zurückgefunden.

    Was macht Kommerz-König Nightwish zum Vergleich? Die machen ein ganzes Album zu einem Film, das also mehr Soundtrack als echtes Album ist und etwas später bringen sie das ganze dann nochmal als offiziellen Soundtrack zum Film in leicht abgewandelter Form. Sorry, aber da ist mir der kleine Assembly-Ausrutscher doch wesentlich symphatischer. Allerdings habe ich auch bei Nightwish große Hoffnung auf das nächste Album – denn mit Floor Jansen geht wieder deutlich mehr als auf den letzten Alben – das kann man sich schon jetzt auf der aktuellen Live-DVD anschauen.

    Noch kurz zur Auflösung von ToT: Einfach mal die zweite DVD anschauen – wenn nur die CD vorliegt unbedingt die DVD kaufen. Dort wird in sehr guten Interviews alles sehr gut erklärt, so dass es dann nicht zu solchen wilden und haltlosen Spekulationen wie in diesem Review kommt.

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