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THEES UHLMANN - 2

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Artist THEES UHLMANN
Title 2
Homepage THEES UHLMANN
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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5.5/10 (6 Bewertungen)

Irgendein Medienvertreter hat ihn ja mal zum Bruce Springsteen Niedersachsens erklärt. Mir gefällt die Umschreibung „norddeutscher Hooligan der Herzen“ für THEES UHLMANN allerdings viel besser. Vor zwei Jahren hat das TOMTE-Gründungsmitglied, das auch das Indie-Label Grand Hotel van Cleef zusammen mit den KETTCAR-Jungs Marcus Wiebusch und Reimer Bustorff aus der Taufe gehoben hat, seine erste, selbst betitelte Solo-Platte rausgebracht, die gleich einmal in die Album-Top-Ten durchmarschiert ist. Jetzt legt der Wahlberliner seine zweite Full Length nach und bediente sich dabei wieder der bewährten Hilfe seiner Live-Band.

Ganz vorne weg Gitarrist und Produzent Tobias Kuhn, der zudem die Parole ausgab, es dürfe nur einen Song über die Liebe und einen über die Abwesenheit selbiger geben. Entsprechend weit gefächert ist das Themenspektrum auf „#2“. Angefangen mit dem Opener „Zugvögel“, das als treibende Powerpop-Ode an die Freiheit mit klirrenden New-Wave-Langäxten, sich dunkel zusammenballenden Keyboard-Sounds und Tribal Drums daherkommt. Beim rhythmusbetonten „Die Bomben meiner Stadt“ hält Thees Zwiesprache mit Jesus, während Julia Hügel ihrem Tasteninstrument eine flirrende Bar-Atmosphäre entlockt und sich die Ohoho-Gesänge für Live-Interaktionen mit dem Publikum empfehlen. „Im Sommer nach dem Krieg“ ist ein sentimental-schönes Statement für den Frieden, bevor das großartige „Es brennt“ druckvoll nach vorn geht. Die erste Single „Am 07. März“ rückt derweil in Ohrwurm-Manier die Geschehnisse eines Tages – eben des 07. März – in den Mittelpunkt, ehe „Der Fluss und das Meer“ leise, melancholische Töne voller Schönheit anschlägt. „Weiße Knöchel“ ist den Mühen eines SPD-Wahlkampfhelfers gewidmet – zweifellos ein Thema, dem nicht oft ein Song gewidmet wird, aber von Herrn Uhlmann gewohnt souverän mitsamt Mundharmonika in Szene gesetzt wurde. Der „Trommlermann“ positioniert die inzwischen zur Trademark gewordenen Streicher, während „Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht)“ eine gefühlvolle Wien-Hommage zum Verlieben und einer meiner Anspieltipps der Langrille ist. Weiter geht’s mit dem akustischen „Kaffee & Wein“, das ein wenig Schlaflied-Charakter mitbringt, und dem finalen „Ich gebe auf mein Licht“, bei dem der 39-jährige sich das St.-Martins-Lied vor die Brust genommen hat. Keine Frage, dass das Ergebnis gelungen ist.

So gelungen wie der gesamte Longplayer, der zwar keinen Knaller wie meinen All-Time-Fave „& Jay-Z singt uns ein Lied“ parat hält, sich jedoch auch keinerlei Ausreißer nach unten erlaubt. Stattdessen gibt es elf Stücke auf die Ohren, die allesamt erstklassig sind – musikalisch wie inhaltlich. THEES UHLMANN beweist einmal mehr Können und Spielfreude – fragt sich nur, was aus TOMTE wird…

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