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THEES UHLMANN - Sophia, der Tod und ich (Roman)

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Artist THEES UHLMANN
Title Sophia, der Tod und ich (Roman)
Homepage THEES UHLMANN
Label KIEPENHEUER & WITSCH
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Musik machen kann der Mann, sabbeln kann er fast noch besser und schreiben ganz offensichtlich auch. Nicht nur Songtexte, sondern auch ein ganzes Buch. Die Rede ist von THEES UHLMANN, Mitbegründer des Indie-Kultlabels Grand Hotel van Cleef und der Band TOMTE, der jetzt mit „Sophia, der Tod und ich“ sein Roman-Debüt vorgelegt hat.

„Ja nu! Man muss was machen!“ legt der 41-jährige Musiker und Autor seinen Protagonisten bei dieser Gelegenheit mehrfach in den Mund und wer den blonden Wahl-Berliner mit Wurzeln in der norddeutschen Tiefebene schon mal auf der Bühne erlebt hat, kann sich vorstellen, dass Stillstand nicht unbedingt sein Ding ist. Das Schreiben war für Herrn Uhlmann nicht unbedingt neu – er hat schon für verschiedene Zeitungen und Magazine Texte verfasst – erstmals hat er sich jedoch sozusagen an einen „gedruckten Longplayer“ gewagt und bewiesen, dass der Tod durchaus Leben in die Bude bringen kann:

Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurd-witzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.
Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«?

THEES UHLMANN bringt in „Sophia, der Tod und ich“ jede Menge Sätze zu Papier, die ich sofort unterschreiben könnte. In gewisser Weise nimmt er dem Tod sogar seinen Schrecken. Klar, es gibt auch melancholische Stellen, aber genauso oft lacht man auch und wünscht sich fast, dass es irgendwann mal genau so ist: Der Tod klingelt an der Tür, man hat noch ein paar Minuten und wenn es ganz schräg läuft, springt man dem Sensenmann durch eine Verkettung seltsamer Umstände noch mal von der Schippe und erlebt ein stranges Finale seines eigenen Leben und erhält dabei noch einmal Gelegenheit, das eine oder andere gerade zu rücken.

„Sophia, der Tod und ich“ ist berührend, komisch, kraftvoll und es fällt schwer, das Buch über die wichtigen Dinge des Lebens aus der Hand zu legen, wenn man zu lesen begonnen hat. Der Herr Schriftsteller ist natürlich mit seinem Erstling auch auf Lesereise und wer dabei sein möchte, sollte sich schnell um Karten bemühen, denn die ersten Termine sind bereits ausverkauft.

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