Band Filter

THEM CROOKED VULTURES - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Artist THEM CROOKED VULTURES
Title s/t
Homepage THEM CROOKED VULTURES
Label RCA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (8 Bewertungen)

Da haben sich aber wirklich mal musikalische Kernkompetenzen zusammengetan! Das Trio hinter der Supergroup THEM CROOKED VULTURES ist wahrlich prominent besetzt: Josh Homme von den QUEENS OF THE STONE AGE kümmert sich im den Gesang und den Sechssaiter, am Bass und den Keys agiert John Paul Jones, der ansonsten bei LED ZEPPELIN zuhause ist und Dave Grohl, der üblicherweise den FOO FIGHTERS vorsteht, bearbeitet – wie ehedem schon bei NIRVANA – die Felle. Was dabei rauskommt? Extrem fetter Rock, der eben wie ein guter Mix aus NIRVANA, LED ZEPPELIN und QOTSA klingt.

Der knochentrockene Stoner-Rock wie wir ihn von der letztgenannten Kapelle kennen, scheint zumindest beim ersten Hören zu überwiegen, allerdings liegt das vordergründig an Mr. Hommes prägnantem Gesang, bei genauerer Betrachtung präsentiert der Silberling schnell seine bluesigen und durchaus auch psychedelischen Seiten. Immerhin startet die selbstbetitelte Scheibe mit einem schummrigen Seventies-Song namens „No One Loves Me & Neither Do I“, der in ähnlichen Form auch von LED ZEPPELIN sein könnte. Für „Mind Eraser, No Chaser“ greift Dave Grohl zum zweiten Mikro, während gemeinsam auf das Feinste gefrickelt wird, bevor die erste Singleauskopplung „New Fang“ staubtrockenen Desert-Rock unters Volk bringt. So richtig zur Sache geht’s wenig später mit dem treibenden „Dead End Friends“, mit dem spätestens klar ist, dass man es bei den Herren Musikern mit Meistern ihres Faches zu tun hat. Entsprechend zeigen diese auch beim folgenden „Elephants“ was ne Harke ist und gniedeln sich durch verschiedene Tempi, Raum und Zeit. So in Stimmung gekommen, knattern der „Scumbag Blues“ in bester Session-Manier aus den Boxen, um bei „Bandoliers“ ein wenig NIRVANA-Attitüde und ganz viel Coolness ins Spiel zu bringen. Mit „Reptiles“ ist der Dreier unversehens wieder im verschrobenen Stoner-Rock angekommen, ehe „Interlude With Ludes“ langsam durch psychedelische Gefilde wabert. Derweil schlagen THEM CROOKED VULTURES progressiv-experimentelle Töne beim fast neunminütigen Warsaw Or The First Breath You Tak After You Give Up“ an, die im orgellastigen “Caligulove” enden. Bei solchen Songs braucht’s definitiv keine bewusstseinserweiternden Drogen mehr! Mit „Gunman“ kehren die Frickel-Könige zurück zu abwechslungsreichen Rhythmen, die sich umgehend im Hirn einnisten und auch den Bewegungsapparat nicht unbeeindruckt lassen. Das finale „Spinning In Daffodils“ beginnt mit unschuldigem Klaviergeklimper, um schließlich doch wieder im krachenden Rock’N’Roll anzukommen, der angenehm unterkühlt in den psychedelischen Endspurt geht.

Erstklassige, erdige Mucke, die es im Sommer schon mal für die Besucher des Pukkelpop-Festivals live zu hören gab. Dort waren THEM CROOKED VULTURES als Überraschungsgäste mit von der Partie und man kann nur hoffen, dass die Jungs es nicht bei den drei Deutschland-Terminen im Dezember belassen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu THEM CROOKED VULTURES